Sven geht, Marco kommt. Wie ersetzt man einen starken und erfolgreichen Chef wie Sven Wassmer (drei Sterne, 18 Punkte)? Man holt einen neuen Star: Marco Campanella (19 Punkte, zwei Sterne) heuert im Grand Resort Bad Ragaz an. Damit ist das Line-up komplett: Marco Campanella fürs Fine Dining. Renu Homsombat fürs thailändische «Sanook». Nicola Montalti fürs italienische «Nesso». Und das «Igniv» von Andreas Caminada kehrt auch wieder ins Resort zurück: Mit grossen Ambitionen und Top-Chef Joël Ellenberger. «What’s Next is Grand», wirbt das Grand Resort Bad Ragaz. Wirklich kein leeres Versprechen.

Marco Campanella 2025: Kaisergranat

Kommt mit nach Bad Ragaz: Kaisergranat, Marco Campanellas Signature Dish.

Marco Campanella 2025:

Zehn schöne Jahre im Eden Roc Asona. Der Abschied fällt dem Chef nicht leicht.

Marco Campanella 2025: Lostallo Lachs

Lostallo-Lachs mit 19-Punkte-Tuning: Marco Campanella macht gute Produkte besser.

Das Seilziehen um Campanella. Marco Campanella hat zehn Jahr für die «Tschuggen Collection» einen Superjob gemacht. Er rockte die «La Brezza»-Restaurants im Sommer im «Eden Roc» Ascona, im Winter im «Tschuggen Grand Hotel» in Arosa. Karriere-Höhepunkt: 2025 wurde der Tessiner GaultMillaus «Koch des Jahres», stiegt hoch in dem Club der 19-Punktechef! Powern gleich in zwei Restaurants – das war auch das Problem: Einer wie Campanella, verliebt in seine Frau Sara, vernarrt in seine Tochter Enola, fährt nicht ewig zwischen Ascona und Arosa hin und her. Das wusste man in der Szene. Also stapelten sich die Job-Angebote auf seinem Tisch. Jetzt hat sich der Chef entschieden: Er sagte in Zürich («Villa Florhof») ab und im Swiss Deluxe Hotel in Bad Ragaz zu. Arbeitsbeginn: Mai 2027! Marco: «Im Winter gebe ich im «La Brezza» in Arosa nochmals alles!»
 

Marco Campanella 2025:

Teamplayer! Brigade und Chef verstehen sich blendend. Viele Köche begleiten Marco Campanella nach Bad Ragaz.

Die Brigade bringt er mit! Campanella: «Nach zehn Jahren war der nächste Schritt fällig. Ich freue mich auf Bad Ragaz, denn ich treffe im Resort auf viele Köche und Serviceprofis, die ich kenne. Das ist mir wichtig: Ich bin ein Menschenfreud. Aber ich habe einen Riesenrespekt vor der neuen Aufgabe.» Teamplayer Marco muss die Herausforderung nicht alleine stemmen: Er bringt viele seiner Mitarbeiter mit nach Bad Ragaz («alle sind topmotiviert») und holt Jonas Fechner als Souschef zurück. Der junge Deutsche war zuletzt ein «Uccelini», arbeitete während seines Stipendiums bei berühmten Chefs: Bei Andreas Caminada auf Schloss Schauenstein, bei Heiko Nieder im «Dolder», in der «Kronenhalle», bei Jorge Vallejo in Mexico-City, bei den Sühring-Twins in Bangkok, bei zwei Top-Produzenten in der Schweiz: Beim «Eigenbrötler» und bei «Holzen Fleisch». 

Campanella mit Ehefrau Sara und Töchterchen Enola.

«Es muss auch für meine Familie passen.» Marco Campanella mit seiner Frau Sara und Töchterchen Enola.

Der Dank an die Familie Kipp-Bechtolsheimer. Marco Campanella geht in der «Tschuggen Collection» wie ein Gentleman. «Die Gruppe hat mir vor zehn Jahren die Chance gegeben, mich zu entwickeln. Dafür bin ich sehr dankbar.» Bei der Besitzerfamilie Kipp-Bechtolsheimer hat sich der Chef per E-Mail bedankt und verabschiedet. Die kleine Familie Campanella zieht im Frühling in die Bündner Herrschaft um. Marco: «Meine Tochter kann in einer wundervollen Umgebung aufwachsen, lernt eine dritte Sprache. Und zu meinem Bruder ins Tessin und zu meinem Vater an den Bodensee ist es von Bad Ragaz aus auch nicht weit.» Familienmensch halt.

«So spielt das Leben.» Für die Tschuggen-Collection ist der Transfer von Marco Campanella eine schlechte Nachricht. CEO Leo Maissen trägt's mit Fassung: «So spielt das Leben! Wir hatten mit Marco Campanella eine sehr lange und sehr gute Zusammenarbeit. Wir wünschen ihm alles Gute.» Unter Zeitdruck steht Maissen nicht, im Winter steht Campanella in Arosa noch am Herd, für den Sommer wird man eine Lösung finden. Das Swiss Deluxe Hotel Eden Roc in Ascona ist eine feine Adresse. 

www.grandresort.ch

 

Fotos: Thomas Buchwalder, Joan Nathanael Minder