
Hausfarbe rot: Die neuen Juniorsuiten von Herzog & De Meuron.

Königlich, grosszügig, mit Rheinblick: «Suite des Rois».
Das Napoleon-rote Wunder. Geht’s ums «Les Trois Rois», ist für den erfolgreichen Basler Unternehmer Thomas Straumann nur das Beste gut genug. Und die Besten: Für den heiklen Umbau des neuen Kopfflügels engagierte er die Weltklasse-Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron. Sie bauten zeitgemässe Elemente kühn ein: Hausfarbe im neuen Trakt ist rot. «Napoleon-Rot», wie Herzog präzisiert. Gibt der beeindruckenden «Suite des Rois» (204 m2) und den drei Juniorsuiten im dritten Stock eine ganz besondere Note. Complimenti! Die neuen Einheiten begeistern. Jedes Möbelstück wurde nach Mass hergestellt, für Minibar, Garderobe und Badezimmer gibt es verblüffende Lösungen, die man so in einem Hotel noch nie gesehen hat. Gewöhnungsbedürftig ist der finstere, selbstverständlich ebenfalls Napoleon-rote Gang. Wer die Zimmernummer sucht, aktiviert am besten sein Licht am Handy. Unter dem Dach: «Seijaku», ein kleiner, feiner Spa. Bild oben: Die Stars im Haus: Peter Knogl (rechts) und seine erstklassige Brigade.
Sein Auftrag? «Social Eating». Kevin Bronschein kam vom «Matsuhisa» München nach Basel und ist Küchenchef im neuen Lifestyle-Restaurant «Banks».
Social Eating im «Banks». Wie konzipiert man ein drittes Restaurant, wenn man bereits einen Star wie Peter Knogl im Haus hat (19 Punkte, drei Sterne) und auch die «Brasserie» ein Erfolgsmodell ist? «Social Eating», sagt General Manager Mark Jacob und opferte für das neue «Banks» den beliebten Ballsaal. Kevin Bronschein (vorher «Matsuhisa», München) heisst der junge Chef, mag Gerichte zum Teilen und lässt mal Messer & Gabel, mal Chopsticks eindecken. Highlights bei meinem ersten Besuch: Ein pechschwarzer Taco mit zweierlei Tuna: Balfego aus Spanien, Toro aus Japan. Eine «Carbonara», die eigentlich keine ist, aber prima ins Konzept passt. Udon-Nudeln statt Spaghetti, Bonitoflocken statt Guanciale, mittendrin ein Onsen-Ei. «Banks»-Mittelpunkt ist die riesige Bar mitten im hohen Raum, drüber eine poetische Installation der Basler Künstler Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger. Die erste Bilanz des General Managers: «Start geglückt.»

Für «La Liste» gehört Peter Knogl vom «Cheval Blanc» zur Weltspitze. Im GaultMillau und im Michelin gibt’s die Höchstnote: 19 Punkte, drei Sterne.
Knogl bleibt der King im Haus. Peter Knogl beobachtet die Verjüngungskur im Haus kommentarlos und mit bayrischer Gelassenheit. Anlass zur Sorge hat er wirklich nicht: Sein Restaurant «Cheval Blanc» ist auch mittags ausgebucht, die Begeisterung der Gäste greifbar. Auch ich war wieder mal hell begeistert: Von den grandiosen Amuse-bouches mit einem überraschenden Mini-Gericht aus gepickeltem und mariniertem Gemüse. Von der grössten Jakobsmuschel, die ich je gesehen habe. Von der perfekt gebratenen Milke im Hauptgang. Etwas gelernt habe ich beim Lunch auch noch: Für den «Tourteau»-Gang (Taschenkrebs) sollte man nur die Männchen verwenden. Teil des Erfolgs sind Knogls Mitarbeiter am Herd und im Saal: Jeder Posten ist hervorragend besetzt.

Neuer General Manager, neuer Drive: Mark Jacob.

Die elegante Brasserie: Klassiker auf der Karte.

Flambieren ist seine Leidenschaft: Maître Hervé Mahler.
Hervé Mahlers Brasserie. In der «Brasserie» ist Maître d’Hôtel Hervé Mahler der Star und der Chef selbst Stammgästen kaum bekannt. Monatelang war der Posten verwaist. Executive Chef Thomas Beiglböck sprang ein. Jetzt ist ein «Neuer» dran: Henrik Weiser aus dem «Colombi» in Freiburg (ein Stern). Den Menü-Empfehlungen von Maître Mahler folge ich praktisch blind und werde nie enttäuscht, bei den Klassikern ist das «Escalope Viennoise», vulgo Wiener Schnitzel, der Favorit der Basler Society. Crêpes Suzette ist Mahlers Sache. Er rührt konzentriert in der Pfanne und lässt die Flammen züngeln, «mit viel Geduld und Liebe«.
Fotos: Thomas Buchwalder, Olivia Pulver, Roy Matter, Lucia Hunziker, HO



