Matthias Kindl, Sie sind im Mandarin Oriental Palace, Luzern am Feiern. Wie geht’s dem Geburtstagskind?

Ausgezeichnet. Wir erleben gerade das erfolgreichste Jahr in der 120jährigen «Palace»-Geschichte. Die Gäste aus dem Ausland haben uns schnell entdeckt. Das lokale Segment ist erfreulicherweise am Wachsen.

Sie verkündeten auf Businesstrips um die halbe Welt die frohe Botschaft vom «120th Anniversary». Interessiert das oder ist das eher eine Marketinggeschichte?

Die Resonanz ist enorm, gerade etwa in den USA und Südamerika macht eine 120jährige Hotelgeschichte schon sehr Eindruck.

Viel Geschicht: Die Lobby vor

Das «Mandarin Oriental» damals: Mit Arkaden und einem Postoffice neben dem ursprünglichen Haupteingang.

Top modern: Lobby im MO Luzern

Das «Mandarin Oriental» heute: die moderne, lichtdurchflutete Lobby.

Die Welt ist in Unruhe. Aber die Touristen aus dem Ausland kommen trotzdem.

Der US-Markt ist sehr stark. Und so langsam kehren auch Gäste aus Asien wieder in die Schweiz und nach Luzern zurück. Auch der Schweizer Markt entwickelt sich sehr erfreulich.

Keine kurzfristigen Annullationen?

Doch. Einige kleinere Gruppen haben wegen der aktuellen geopolitischen Lage abgesagt, buchen lieber in der Nähe ihres Herkunftslandes. Aber schlimm ist das nicht. Kurzfristige Absagen konnten wir mühelos mit individuell reisenden Leisure-Gästen kompensieren. Leisure ist unsere Stärke. Wir Luzerner Hoteliers können aus den Erfahrungen der letzten Monate etwas lernen: Weniger Belegung, dafür höhere Raten – das ist kein schlechtes Business-Modell!

Wo hat Luzern noch Potential?

Luzern ist eine Ganzjahres-Destination, kann auch im November, Januar oder Februar sehr schön sein. An diesem Thema müssen wir arbeiten, auch an der Aufenthaltsdauer. Sie liegt momentan knapp unter drei Nächten. Das ist noch ausbaufähig. Ich bin jetzt ein knappes Jahr in Luzern und staune immer noch, was die Stadt zu bieten hat. Schicken wir unsere Gäste etwa ins Museum Sammlung Rosengart, sind sie hin weg: Picasso, Klee, Monet – sieht man in dieser geballten Form selten.
 

Bilder via Eliane Bachenheimer PR Mandarin Oriental Luzern, LU Mandarin Oriental Luzern, LU

Lage, Lage, Lage: Das Mandarin Oriental Palace, Luzern, das direkt am Vierwaldstädtersee liegt.

Hat das «Mandarin Oriental Palace» die Luzerner bereits erobert? Es gibt eine Faustregel in der Hotel-Industrie. 50% des Restaurant-Business sollte «local» sein. 

Wir holen auf. Wir wollen auch das Hotel der Luzerner sein, suchen die Kontakte zu den Institutionen und zu den Meinungsmachern der Stadt. Auch bei unseren Jubiläumsaktivitäten denken wir stark an die Luzerner. Wir bieten Tickets für eine Gratis-Palace Tour an, zeigen in einem 45-minütigen Rundgang auch die architektonisch spannende Geschichte des Hotels, zeigen auch unsere Rooftop-Suiten. Vor allem die No. 630 ist beeindruckend: Duplex-Suite, Dachterrasse, fantastische Aussicht auf See, Stadt und Berge! Auch Schulen, Kindergärten und Firmen sind auf der «Palace»-Tour willkommen.

Und einen «Anniversary Cocktail» gibt’s für die Erwachsenen nach der Tour auch? 

Selbstverständlich. Unser Bartender Giacomo hat zum 120. Geburtstag einige Spezial-Cocktails gemixt. Der «Diplomat Royale» mit Cognac, weissem Pfirsich, Verjus und Champagnerschaum ist der Renner.
 

Mandarin Oriental Palace: Chef Gilad Peled

Der beste Chef der Stadt kocht im «Colonnade»: Chef Gilad Peled.

Minamo Chef Yutaka Kobayashi

Der beste Japaner kocht im «Minamo»: Yutaka Kobayashi.

Was sind die weiteren Highlights im Jubiläumsjahr?

Wir bieten ein äusserst attraktives «120th Journey»-Package an, mit toller Roomrate und 120 Franken-Gutschrift in unseren Restaurants. Dieses Angebot haben wir auf Social Media ausgeschrieben; es läuft sehr erfolgreich, wurde über eine Million Mal angeklickt. Wir laden auch zu Nostalgie Schifffahrten auf dem See («Palace Riviera Cruises»), haben im Hotel einen Souvenir-Shop eröffnet und wollen die Festivitäten mit einer grossen «Year End Party» abschliessen. Neu ist auch unser Spa-Partner: Biologique Recherche, ultra-luxuriös.

Eigentlich müssten Ihre Restaurants voll sein. Sie haben im «Colonnade» den besten Chef der Stadt, einen erstklassigen Japaner und mit dem «Quai 10» eine Brasserie an bester Lage direkt an See.

Schritt für Schritt! In den letzten Wochen war das «Colonnade» sehr gut besetzt und bleibt neu auch im Juli geöffnet. Chef Gilad Peled arbeitet gerade an einem Fünfgänger mit neu interpretierten Gerichten aus dem Eröffnungsmenü aus dem Jahr 1906. Unser Omakase-Restaurant «Minamo» ist fast immer ausgebucht. Die «Quai 10»-Terrasse wollen wir weiter beleben, im «Terrace Garden» kann man den Rosé-Champagner von Laurent-Perrier auf der Sonnenliege geniessen. Riviera Style!

www.mandarinoriental.com

 

Fotos: Mandarin Oriental Luzern, Stadtarchiv Luzern/Rudolf Schlatter, Thomas Buchwalder, Rémy Steiner