Text: Alex Kühn

Sinnlich-mediterran. Mit seinem rot-weissen Interieur und den beiden grossen Terrassen sticht das «Bacino» sofort ins Auge. Das neue Lokal in der ehemaligen Pizzeria San Marco an der Rapperswiler Seepromenade würde perfekt an die italienische Riviera passen. Umso schöner, dass es hierzulande eröffnet hat. Der Chef kommt aus dem Süden, heisst Alessio Zappia (Bild oben) und kochte zuletzt bei Maestro Antonio Colaianni im Zürcher «Freilager». Zappias Stil? Sinnlich-mediterran, mit vorbildlichem Augenmerk aufs Handwerk. 

Ristorante Baccino, Rapperswil, SG

Zwei Terrassen: Das «Bacino» ist nach siebenmonatiger Renovation in die Räumlichkeiten der ehemaligen Pizzeria San Marco eingezogen.

Birne und Pecorino zum Tatar. Ein zuverlässiger Indikator für die Qualität eines italienischen Restaurants ist das Fritto misto. Und dieses überzeugt im «Bacino» vollauf: Unter dem hauchdünnen, knusprigen Ausbackteig verstecken sich saftige Crevetten, winzige Fische, zarte Calamari und bissfeste Auberginenstreifen. Auch der toskanische Brotsalat mit geräuchertem Stracciatella und das Rindstatar mit Feigensenf, Birne und Pecorino gelingen Zappia und seinem Team ausgezeichnet.

Ristorante Baccino, Rapperswil, SG

Was darf's denn sein? Das «Bacino» bietet eine inspirierende Auswahl.

Ristorante Baccino, Rapperswil, SG

Tomate und Oliven zum Fisch? Klappt wunderbar mit Zander!

Ristorante Baccino, Rapperswil, SG

Frische Eleganz: Blick ins Ristorante des «Bacino».

Ein süsses Küsschen zum Abschluss. Das Highlight aber sind die Carbonara-Ravioli mit knusprigem Guanciale, Pecorino und Eigelb. Noch mehr Pasta gefällig? Dann nichts wie ran an die Mezze Maniche mit scharfer Tomatensauce und Tintenfisch, Fregola mit Crevetten-Bisque, Romanesco-Creme und Zitronengel oder Tagliatelle mit weissem Ragù und Parmesan-Fonduta! Der saftige Zander kommt «alla pizzaiola» auf den Tisch, mit Tomaten, Oliven, Oregano und Basilikum. Zum Schluss gibts ein luftiges Tiramisu in Lippenform – «bacino» heisst Küsschen. Noemi Ferraina, die fürs Süsse verantwortlich ist, arbeitete einst im «Widder» in Zürich.

Bacino

Die Farben Rot und Weiss sind das Markenzeichen des «Bacino».

Lange Teigführung, knuspriger Boden. In der Pizzeria setzt Oscar Luigi Ielardi auf lange Teigführung, knusprigen Boden und maximale Hitze im Ofen. Die spannendsten Varianten: «Musso» mit Mortadella, geräuchertem Stracciatella, Zitronenmarmelade und Maggia-Pfeffer. Neugierige können durch ein Fenster in einem nahegelegenen Altstadthaus zusehen, wie die Pizzaioli ihren Teig kneten.

Gütesiegel der Familie Brucker. Das «Bacino» ist ein Familienprojekt. Der Geschäftsführer heisst Luis Brucker, die Eltern Regula («Signau House») und Jan (langjähiger Direktor des «Widder») stehen ihm beratend zur Seite. Die Schwestern Janina und Gioia haben das Interieur gestaltet. Das Erdgeschoss bietet 45 Innen- und 72 Aussenplätze. Im oberen Stock finden 45 Gäste im Ristorante und 44 auf der Terrasse Platz.

>> ristorante-bacino.ch

Fotos: HO