Man schlägt vorsichtig die Augen auf. Das Tageslicht schmerzt wie höllische Pfeilspitzen, der Kopf brummt und der Mund fühlt sich an, als wäre ein Sandsturm hindurch gefegt. Der Fall ist klar: Grenze wieder mal überschritten! Schönen guten Morgen, Kater! Ins Kreuzverhör eines Katers kommen in den meisten Fällen Sulfite (Schwefeldioxid) und Histamin. Nach etlichen Studien weiss man heute aber, dass es im Wein zu wenig von beidem hat, um es am nächsten Tag zu spüren. Sie sind also fein raus und unschuldig. Trotzdem kann es sein, dass der eine oder die andere stärker auf gewisse Inhaltsstoffe im Wein reagiert. Beim Histamin sind es ein Prozent der Bevölkerung, die an einer Unverträglichkeit leiden. Von einer Allergie kann man aber weder bei Sulfiten noch bei Histamin reden. Es sind Unverträglichkeiten, die bei grösseren Konsummengen auftreten. 

 

Wenn wir also nicht den Sulfiten und auch nicht dem Histamin die Schuld an unserem Kater geben können, dann eben halt dem Alkohol. Der gemeine Alkohol. Aber wenn wir ehrlich sind: Wir können niemand anderem die Schuld am Kater geben als uns selbst.  Bei einer übermässigen Alkoholaufnahme wird dem Körper Wasser entzogen. Die ausgetrocknete Leber sucht überall im Körper nach Flüssigkeit. Vor allem im Gehirn, was letztlich zu den pochenden Kopfschmerzen führt. 

 

Die Menge ist also der springende Punkt. Stehen wir dazu: Wir haben wiedermal einen über den Durst getrunken und hatten einen im Tee. Je mehr Alkohol, desto anstrengender der Folgetag. Wie wir den «Tag danach» überleben, haben wir aber selbst in der Hand. Ich kann nicht behaupten, dass ich äusserst stolz auf meine Anti-Kater-Tipps und Tricks bin, jedoch könnte ich hiermit der Allgemeinheit vielleicht ein paar grässliche Sonntage ersparen.  

 

Hier die Rettung: 

 

  • Hektoliterweise Wasser 
  • Mineralien: Kalzium unterstützt die Verdauung. Magnesium bekämpft Müdigkeit. Vitamine helfen der Psyche wieder auf die Beine. Zink steuert kognitive Prozesse und verhilft zu klarem Denken. 
  • Gemüsebouillon füllt die Mineralienspeicher. 
  • Heisses Wasser mit frischem Ingwer und Zitrone kurbelt den Stoffwechsel an und entgiftet. 

 

Nun zur bizarrsten Weinempfehlung, die ich je machen werde. Unten finden Sie Weine, von denen ich persönlich nicht genug kriegen kann und am nächsten Tag mit entsprechend viel Selbstmitleid aufgewacht bin. Diese Weine haben weder wenig Alkohol, noch sind sie frei von Sulfiten und Histaminen. Ich empfehle diese Weine aus purer Lust und trinkfreudigem Preis-/ Leistungsverhältnis.

 

Cheers,
Edvin 
 

Secastilla La Miranda 2016

Vinas del Vero
Weinkellereien Aarau
CHF 13.90

Balin 2016

Kopp von der Krone Visini
Tessin IGT 2016
Globus
CHF 65.00

Margaux AOC 2010

Château Paveil de Luze 
Globus
CHF 49.90