Text: Elsbeth Hobmeier I Fotos: Hans-Peter Siffert

Biodiversität ist ihm wichtig! Rookie Adrien Stevens lernte das Handwerk an den traditionellen Schweizer Weinbauschulen in Châteauneuf und Changins. Dann sammelte er Erfahrungen auf verschiedenen Weingütern, unter anderem bei Christian Zündel und Sacha Pelossi im Tessin und bei Nicolas Joly im Burgund. In Morcote gründete er zusammen mit einem Kollegen ein eigenes Weingut, bis sich ihre Wege trennten und er jetzt in Monteggio in Malcantone eine neue Möglichkeit fand. Hier konnte der inzwischen 40-jährige Winzer das Haus und die Reben der Azienda Vitivinicola Hostettler übernehmen. Sein Rebland umfasst drei Hektaren, zwei davon liegen in der Nähe des Betriebs, eine in der Lage Castel San Pietro im Mendrisiotto. Er bearbeitet sie biodynamisch, inspiriert und überzeugt von seinen Lehrjahren bei Zündel und bei Joly. Ihm ist Biodiversität wichtig; er setzt auf Handarbeit und die Bewahrung des Terroirs.

 

Flaggschiff «Blu di Notte». Die 30-jährigen Reben liefern besten Merlot, den er in einen «Blu di Notte» verwandelt. Sein Spitzenwein, der nach langer Mazeration der ganzen Beeren 14 Monate lang in Eichen-Burgunder-Piècen gereift ist. Da er auf 350 bis 450 Metern Höhe gewachsen ist, nennt ihn Stevens «meinen Alpen-Merlot». Er zeigt sich von straffer Säure, mit kerniger Struktur und einem noblen Schmelz. Auch der etwas einfachere Sottocielo überzeugt mit schönen Beerenaromen und langanhaltendem Abgang. Sehr gut gefällt der Chardonnay Erbacanta, der nach spontaner Gärung 10 Monate im Eichenfass auf der Hefe gereift ist. Neu hat Stevens eine Parzelle mit der weissen Sorte Savagnin bepflanzt, auch bekannt als Traminer oder Heida. In einigen Jahren kann man die ersten Flaschen davon verkosten.  

 

Ein «Viticoltore Indipendente». Das Bioweingut des Viticoltore Indipendente (unabhängiger Winzer), wie sich Adrien Stevens nennt, liegt auf dem sonnigen Hügel von Monteggio, einem kleinen Dorf im Malcantone; Auf Anfrage kann man den Weinkeller besichtigen.  Die Weine werden mit möglichst wenigen Eingriffen gekeltert, Stevens setzt auf Spontanvergärung, auf lange Mazerationszeiten und verzichtet auf Umfüllen (Abzug) während der Kelterung. Beeindruckend, mit welcher Sorgfalt der «Rookie des Jahres» seine Weine hätschelt und das Terroir pflegt. 

 

www.adrienstevens.ch