Text: David Schnapp I Fotos: Smith Art, HO

Talent im China-Restaurant. Den GaultMillau-Testern fiel schnell auf, dass im ehemaligen China-Restaurant Grosser Alexander in der Badener Altstadt ein Talent in der kleinen Küche steht: Mitten in den Corona-Wirren 2021 eröffnete der damals 26-Jährige Aargauer Niklas Schneider sein erstes eigenes Restaurant, bekam zum Start 14 Punkte und überzeugte mit einer gradlinigen, aber raffinierten Regionalküche auch seine Gäste: «Geiles Essen ohne Schnickschnack» lautet bis heute sein Motto, aber seit September 2022 bereitet es Schneider mit seinem kleinen Team, zu dem auch zwei Lehrlinge gehören, an einem neuen Standort an zentraler Lage in Baden zu.

Jugendlicher Elan. Im «Paradies» hat der Koch und Gastronom auf zwei Etagen die perfekte Umgebung gefunden für seine Arbeit: «Wir haben hier alles ausser Hotelzimmern: ein Restaurant mit 30 Sitzplötzen, eine Bar, einen schönen Weinkeller und sogar eine Zigarrenlounge», sagt der 28-Jährige. Nach längerer Umbauphase ist die traditionsreiche Adresse mit jugendlichem Elan wiedereröffnet worden. Und Niklas Schneider kann hier zeigen, dass er eine grosse Bandbreite kulinarischer Disziplinen beherrscht.

Döner Paradies Style – Weggli, Shortrip BBQ style, Selbergemachtes Kimchi, eingelegte Zwiebeln, Röstzwiebeln, Schnittlauch

Ein Fast-Food-Klassiker für die Bar: Döner «Paradies Style» mit Shortrib.

Gastgeber Niklas Schneider

Fine- und Soulfood: Gastgeber und Koch Niklas Schneider.

Wirsingtaco – Ein Ragout vom Wildschwein aus Frick, Waldpilzcreme, Croutons, Perlzwiebeln

Moderne Regionalküche: Wirsing-Taco mit Wildschwein-Ragout aus Frick und Waldpilzcreme.

Küche ohne Schnickschnack. Denn gehobene Küche ohne Schnickschnack ist nur eine der Fähigkeiten, die Niklas Schneider überzeugend auf die Teller bringt. Abends – und auf Wunsch auch mittags – steht «Casual Fine Dining» auf dem Programm: vier bis sieben Gänge mit Anspruch und Liebe zum Detail gekocht. Als Business-Lunch werden jeweils etwas vereinfachte Gerichte vom grossen Menü angeboten. Daneben hat Niklas Schneider zum Glück auch eine Schwäche für Soul- und Streetfood. «In Paris bin ich kürzlich stundenlang angestanden, um im angesagten «Kodawari» eine Ramen zu essen», erzählt der Koch.

Paradies Baden, Restaurant, AG

«Wir haben alles ausser Hotelzimmer»: der gut bestückte Weinkeller im «Paradies».

The place to b. Donnerstag ist jetzt Ramen-Tag im «Paradies». Dann wird die klassische japanische Nudelsuppe in einer Variante mit Miso, vegetarisch oder mit Schweinebauch abends in der Bar serviert. Dazu trinkt man japanisches Bier oder japanische Cocktails. Und der Döner, der hin und wieder als Bar Food auf dem Menü steht, hat bereits Kult-Status in Baden. «Ich überlege, ob ich ihn dauerhaft ins Angebot nehme. Aber so lange es ihn nicht immer gibt, bleibt er etwas Besonderes», findet Niklas Schneider. Einen Burger gibt es dafür jederzeit, auch mittags, und das Restaurant des umtriebigen mit den breit gefächerten Interessen ist auch deshalb eine der interessantesten neueren Adressen in Baden (15 Punkte). 


>> www.paradies-baden.ch
 

 

Created with Sketch.  | The Place to b.

Die GaultMillau-Tester stellen im Auftrag der UBS jede Woche einen «Place to b.» vor: Adressen für den gepflegten Businesslunch, für den Brunch am Wochenende, für ein Essen mit Freunden, für Trendsetter & Entdecker, für Verliebte. Bereits erschienene «Tipps der Woche» finden Sie hier