Auszeichnung und Pension. Führungswechsel bei der wohl prestigeträchtigsten gastronomischen Institution des Landes: Peter Schärer, der langjährige Küchenchef der «Kronenhalle» geht in den Ruhestand, sein bisheriger Souschef Rino Ricci (Bild oben) ist per sofort neuer «Chef de Cuisine» im legendären Restaurant am Zürcher Bellevue. Die Stabübergabe erfolgt nach langer und sorgfältiger Planung, mit der Bekanntmachung habe man nur zugewartet, weil Peter Schärer diese Woche von Bundesrat Guy Parmelin mit der Auszeichnung «Mérite Culinaire Suisse» geehrt wurde, heisst es aus der «Kronenhalle».

News aus der «Kronenhalle»: Zürichs berühmtestes Restaurant kriegt einen neuen Küchenchef.
35 Jahre in der «Kronenhalle»-Küche. Peter Schärer hat die Küche der «Kronenhalle» seit 2002 geleitet, insgesamt hat der Zürcher 35 Jahre (!) für das legendäre Restaurant gearbeitet. Einem breiteren Publikum wurde er aber – durchaus zu seinem Unmut – erst durch einen Dokumentarfilm des Schweizer Fernsehens bekannt. Schärer wurde als leicht griesgrämiger Chef dargestellt, der unter anderem seinen Ärger über eine falsche Lieferung in ziemlich direkter Sprache zum Ausdruck brachte. Im Interview mit dem GaultMillau-Channel sagte er damals: «Ich bin ein Verfechter von Disziplin: Dinge wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und ein gepflegtes Erscheinungsbild sind mir wichtig, da gehe ich mit gutem Beispiel voran. Ich lebe das, was ich von meinen Leuten verlange, vor. Von meinen drei Sous-Chefs arbeitet jener, der am wenigsten lang hier ist, seit 23 Jahren mit mir zusammen. Mein Führungsstil scheint also zu funktionieren. Es gibt in einer Küche nichts Schlimmeres, als wenn die Leute nicht wissen, was der Chef will.»

Peter Schärer tritt ab. 35 Jahre lang hat er die «Kronenhalle» geprägt. Ein Grosser seiner Zunft.
Nachfolger mit Erfahrung. Sein Nachfolger, Rino Ricci, passt perfekt in die «Kronenhalle»-Tradition, in der Langfristigkeit und Werte, unabhängig vom Zeitgeist, hochgehalten werden: Ricci startete vor 26 Jahren als Commis de Cuisine, über 20 Jahre lang war der gebürtige Italiener aus Apulien Sous-Chef. Nun hat er vom erfahrenen Geschäftsführer Dominique Godat und vom Verwaltungsrat den Auftrag bekommen, die bewährte Brasserie-Küche weiterzuführen und «die beliebten Klassiker mit kreativen Interpretationen der klassischen französischen und italienischen Küche» zu bereichern.
Fotos: SRF, Marc Weltli / 13 Photo

