Text: GaultMillau Fotos: Marcus Gyger

Herzklopfen! Der Titel «Koch des Jahres» verpflichtet: Franck Giovannini (Bild oben, zusammen mit «Köchin des Jahres» Virginie Basselot) verwöhnte nach der Ehrung 80 Gäste – und am Vorabend seine 19-Punkte-Kollegen Andreas Caminada, Peter Knogl, Bernard Ravet, Didier de Courten und Philippe Chevrier. Ehrengast bei diesem «secret diner» im Hôtel de Ville: Fredy Girardet, Gründer des «Wunders von Crissier». Auch die Koch-Ikone (man nannte ihn den «Papst») kann sich der Faszination dieses weltberühmten Restaurants nicht entziehen: «Ich habe jedes Mal Herzklopfen, wenn ich meine frühere Küche betrete. Giovannini: «Seine Anwesenheit ehrt mich.» Zum Dessert kriegte Girardet sein Lieblingsdessert: Einen hauchdünnen, noch warmen Apfelkuchen. Boskoop-Äpfel.

Koch des Jahres Franck Giovannini: «Ich bin glücklich, wenn Monsieur Girardet mit mir zufrieden ist.»

Chef’s talk! Andreas Caminada will sein erfolgreiches «Igniv»-Konzept exportieren und plant eine Test-Tournee durch Europa, geht zuvor mit seiner jungen Familie auf Weltreise. Philippe Chevrier stellte seinen ziemlich munteren dreijährigen Sohn Leonard vor, schwärmte: «Der Junge isst alles. Auch Austern, Schnecken und Froschschenkel.» «Aufsteiger des Jahres» Sven Wassmer treibt seine Familienplanung energisch voran: Er hat seine Sommelière Amanda Bulgin geheiratet. Sie verriet: «Ich bin im fünften Monat schwanger.»  Die Wassmers flogen mit dem hoteleigenen Helikopter von Vals nach Lausanne, in Begleitung von Patron Remo Stoffel und seiner Frau Manuela Pesko.

 

Härtetest! Julien Duvernay («Stucki» Basel) ist GaultMillaus erster «Patissier des Jahres», kriegte zur Belohnung einen silbernen Kenwood-«Cooking Chef» heim nach Basel. Küchenchef Marco Böhler frotzelte: «Ein echter Härtetest. Julien schafft früher oder später jede Maschine!»

 

Bohnen-Ravioli. Franck Giovannini bestand den «Härtetest» locker, verzauberte seine Gäste. Mit zwei grossartigen Gemüsegängen: Variation von der Waadtländer Coeur de Boeuf-Tomate, Bohnen-Ravioli mit Oscietra Kaviar. Mit Turbot-Rücken und raffinierter Orangensauce. Mit zartem Rehfilet. Und am Abend zuvor, beim «Diner des 19» mit einer dramatisch guten Trilogie einer Gemse, geschossen in den Bergen von Les Diablerets. Serviert wurden Schweizer Weine, zum Schluss einen beeindruckenden Cayas aus der Grossflasche von Gilles Besse.

Ein Glücksjahr für Sven und Amanda Wassmer (Vals): Hochzeit, bald ein Kind - und Punkt Nummer 18!

Just married! Dass die Leidenschaft fürs Kochen über alles geht und eiserne Diszplin in der Crissier-Brigade selbstverständlich ist, bewies Elodie Manesse, stolze Gewinnerin des Kadi-Preises («Goldener Koch»): Am Samstag hat sie geheiratet. Am Montag um 07.30 Uhr stand sie bei Franck Giovannini wieder am Herd. «Ich bin jetzt für die Kochkurse im Haus zuständig», freut sich das Supertalent.