«Eine grosse Enttäuschung». Wer auf der Website des «Beau-Rivage» einen Tisch im «O'Terroirs» reservieren möchte, wird automatisch zur Brasserie La Véranda weitergeleitet. Das Fine-Dining-Lokal, im aktuellen GaultMillau mit 15 Punkten ausgezeichnet, muss seine Türen schliessen. Eine böse Überraschung für Küchenchef Michael Lavoisier. Er sagt: «Wir waren gerade dabei, die neue Speisekarte vorzubereiten. Für mich und mein Team ist das eine grosse Enttäuschung.» Vier Jahre lang hatte sich der talentierte Koch aus Nîmes mit enormem Engagement dafür eingesetzt, das Restaurant unter den besten Adressen in der Region zu etablieren. Bild oben: das Hotel Beau-Rivage in Neuenburg.
Der Direktor bedauert die Schliessung. Die Entscheidung ist unwiderruflich. «Selbstverständlich werden wir, sobald uns wieder kompetentes Personal zur Verfügung steht, alle bereits eingegangenen Reservierungen und Veranstaltungen einhalten. Wir nehmen jedoch keine neuen Reservierungen für das Gourmetrestaurant mehr entgegen», erklärt Delfim Santos, der Direktor des «Beau-Rivage» . Auch er bedauert das Aus: «Wir waren auf dem Weg nach oben, und ich habe versucht, die Entscheidung des Verwaltungsrats zu beeinflussen. Aber die Entscheidung, das Gourmetrestaurants zu schliessen, ist unwiderruflich.»
Zwei Sterne weniger? Hartnäckige Gerüchte, zu denen sich die Geschäftsleitung nicht äussern will, besagen, dass weitere Veränderungen bevorstehen. Der Verwaltungsrat erwäge, das gesamte Hotel am Seeufer in Kürze neu zu positionieren. Dabei würde es einen oder sogar zwei Sterne verlieren. Das wäre ein schwerer Schlag für die Neuenburger Hotellerie, deren historisches Aushängeschild das Beau-Rivage ist.

Der frühere 17-Punkte-Chef Philippe Bourrel hat zwei neue Aufgaben.
Bourrel ist zurück. Good News gibt es dagegen aus Genf. Philippe Bourrel, im Hotel Richemond einst mit 17 Punkten ausgezeichnet, gibt ein Comeback auf der grossen gastronomischen Bühne und wird Executive Chef in zwei ambitionierten Häusern – im «Métropole» und Hôtel du Parc des Eaux-Vives. Natürlich wird Bourrel nicht gleich mit seinem Amtsantritt am 1. Juni alles auf den Kopf stellen. Er kümmert sich zunächst um das «MET Rooftop» auf dem Dach des «Métropole» und die «Terrasse du Parc» im «Parc des Eaux-Vives». Parallel verfeinert er das Konzept des neuen Restaurants, das im September im Hotel Métropole eröffnet wird. Eine einfache Brasserie oder ein gehobenes Gourmetrestaurant? Noch ist nichts entschieden.
Perez nach Montreux. Auch Thomas Perez, der für das «Trianon» im «Mirador Resort & Spa» auf dem Mont-Pèlerin 15 Punkte erkochte, hat einen neuen Job. Er leitet ab 1. Juni die Küche der «Brasserie J5» im Hotel Helvétie in Montreux. Seine Vision: «Eine zeitgemässe, hochwertige Küche, die fest in der Region verwurzelt ist.» Alles soll von A bis Z hausgemacht sein.
Fotos: HO, Guillaume Cottancin
