Fotos: Nik Hunger

Das neue Deluxe. Seit Dezember 2022 gehört das Hotel Adula in Flims zu Reybier Hospitality. Das Viersterne-Haus mit 135-jähriger Geschichte wurde vom Mittelmass erlöst und auf den Slow-Luxury-Kurs der Hotelgruppe gebracht. Viele der 90 Zimmer sind aufgefrischt, das Erdgeschoss komplett neugestaltet. Beim Eintreten ist die Rezeption nicht zu sehen, dafür ein mächtiges Gas-Cheminée und der Bartresen, der bernsteinfarbig leuchtet. Die Lobby präsentiert sich einladend wie ein Mega-Wohnzimmer. Viel Licht und Farbe, Inseln mit Sofas und Sesseln, Unmengen Bücher und stilvolle Details, wertige Materialen und smarte Lichtgestaltung laden zum Verweilen. «Das Adula will kein Hotel in klassischen Sinn sein, sondern ein Wohlfühlplatz», erklärt Christoph M. Strahm. Der Direktor ist seit Oktober im Amt und Haus, zuvor arbeitete der Zürcher in Luxushotels in Hamburg, Sizilien, Vietnam, China, Ruanda und Katar. Das Power-Duo Strahm/Zizzi will das geschichtsträchtige Haus in die Zukunft führen. Die zwei sprudeln vor Ideen, das Haus zu beleben: Battles von Bar und Küche, Live-DJs im Winter. Grosses Bild oben: Chef Domenico Zizzi mit Spezialitäten aus seiner Heimat Apulien.

Hotel Adula Flims, Hamachi (Art Makrele) mit Sea Weed

«La Muña»-Signature Dish: Hamachi (Gelbschwanzmakrele) mit Seaweed und Rogen.

Hotel Adula Flims, Burrata mit Chips con Pastinaken und Puntarelle

Gruss aus Italien: Burrata aus Apulien mit Pastinaken-Chips und Puntarelle.

Hotel Adula Flims, Risotto mezze mezza mit Liebstöckel, Parmesan und venezianischem Ragout

Risotto «mezze mezze» mit Reh-Ragout, Liebstöckelbutter und Parmesan.

«Un palazzo gastronomico». Executive Chef Domenico Zizzi bringt das Konzept des Vierstern-Superior-Hauses auf den Punkt: «Un palazzo gastronomico di benessere!» Zum Wohlfühlpaket gehören neben dem alpinen Sportangebot rundherum und dem 1200-Quadratmeter-Spa die Restaurants, die das Energiebündel aus Apulien in der zweiten Wintersaison leitet. Chef Zizzi kam vom noblen Zürcher Seefeld, vom «La Réserve Eden au Lac», wo er zusammen mit Marco Ortolani für Furore sorgte, nach Flims. Das Stadtleben vermisst er nicht, «ich habe von 20 bis 35 in Metropolen gelebt, jetzt schätze ich das Landleben.» Schnee und Kälte allerdings behagen dem drahtigen Starchef weniger. Skifahren hat er in Japan, wo er sechs Jahre tätig war, ausprobiert – nicht sein Ding. Für Wintersport hat Zizzi, der sich selbst als «Japulier» bezeichnet, also als Mix aus Japaner und Apulier, eh keine Zeit.

Hotel Adula Flims, Sushi-Souschef Ricardo Jorge Alves Jesus (l) macht Sushis, Damiano Dona (m), Chef Zizzi gibt Anweisungen

Das Team vom «La Muna» (v. l.): Ricardo Jorge Alves Jesus, Damiano Dona, Chef Domenico Zizzi, im Hintergrund Souschef Luca Maffioli.

Chef Zizzi wacht am Pass. Ihn halten die Restaurants inhouse voll auf Trab: das «Adula Kitchen & Bar» mit Mittags- und Abendkarte. Der Fine-Dining-Room. Das «Cheese Factory Pop Up». Und vor allem das «La Muña» mit peruanisch-japanischer Küche und Sharing-Spirit, der kulinarische Stolz von Besitzer Michel Reybier, mit einem halben Dutzend Standorten in der Schweiz und in Frankreich. Auch ein Sonntagsbrunch ist neu im Angebot. Zizzi nimmt einen Grossteil der Lieferung selbst entgegen. 32 Lieferanten bringen ihre Waren ins «Adula», viele davon aus der Umgebung. Zizzi wirbelt als Executive Chef an allen Herden und Töpfen. Die Amtssprache in Zizzis Küche ist Italienisch, der abgeschliffene, kantenfreie Dialekt aus dem Süden. Viele der 15 Köche und vier Helfer sind Italiener. Alle Gerichte für alle Locations, ausser die Sushi und die kalten Gerichte vom «La Muña», werden in der Grossküche produziert und gehen über den Zwei-Meter-Pass. Hier ist der Chef in charge, kontrolliert jeden Teller.

«Mit Domenico wird’s nie langweilig.» Oben am Pass steht ein kleiner Elefant, ein Mitbringsel aus Thailand. «Es erinnert mich an die Zeit, wo ich mit meinem Bruder in Thailand gearbeitet hatte», erklärt Zizzi. Und der Elefant ist auch im Signet von Reybier, ein Symbol für Kraft, Ausdauer und Langlebigkeit. Ebenfalls auf dem Pass platziert ist ein kleiner Zimmerbrunnen. «Fliessendes Wasser erhöht nach der Feng-Shui-Philosophie die Energie in einem Raum», erklärt Zizzi das kitschige Ding. Das zirkulierende Wasser und Zizzis inneres Feuer sorgen für eine hochenergetische Atmosphäre in der Küche, sein heiteres Gemüt auch für Harmonie. «Mit Domenico wird’s nie langweilig», sagt sein Souschef Luca Maffioli schmunzelnd. Ein immaterielles Souvenir aus Japan ist Zizzis Kosename: Nico. Nico bedeutet in Japanisch Glück. «Hier in Flims das Adula aufbauen zu können, zusammen mit Direttore Christoph und meinem tollen Team, empfinde ich als Glück. Wenn es so richtig heiss hergeht und schon mal 200 Teller am Abend bei mir am Pass durchgehen, bin ich happy!»

 

www.adula.ch

www.michelreybierhospitality.com