Andreas Caminada und Mariya Noun
Starchefs

Caminada schickt Talente nach Kambodscha

Neue Zusammenarbeit der Fundaziun Uccelin mit dem Hilfswerk Smiling Gecko in Phnom Penh macht «alle happy».

03. März 2019

Text: David Schnapp Fotos: HO

Talente aus Service und Küche. Mit der Fundaziun Uccelin geben Starchef Andreas Caminada und seine Frau Sarah Caminada jungen Talenten aus Küche und Service die einmalige Gelegenheit, sich in den besten Restaurants der Welt sowie bei verschiedenen Produzenten fortzubilden. Nun kommt eine neue Dimension hinzu: Die Stiftung kooperiert mit «Smiling Gecko», der Initiative des Schweizer Fotokünstlers Hannes Schmid in Kambodscha. Das Hilfswerk betreibt ein Farmhouse mit Restaurant, in dem die Caminada-Schüler ihre Weiterbildung um bis zu drei Monate verlängern können.

Andreas Caminada und Frau Sarah
Fördern junge Talente mit ihrer Stiftung: Sarah und Andreas Caminada.

Zufall und ein Hollywood-Regisseur. «Wie vieles im Leben, kam es zufällig zu dieser Kooperation», erzählt Sarah Caminada, die Verantwortliche für das Uccelin-Programm. «Zunächst hatte mir eine Freundin von Hannes Schmid und Smiling Gecko erzählt, und dann kam der Schweizer Hollywood-Regisseur Marc Foster auf uns zu und schlug eine Zusammenarbeit vor, weil er Hannes Schmid und uns gut kennt.»

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Folgen der Terrorherrschaft. Im November 2018 besuchte Sarah Caminada mit einem Stipendiaten das Hilfswerk nördlich von Phnom Penh. Smiling Gecko hat dort ein kleines Dorf aufgebaut, zu dem eine Schule für 1000 Kinder gehört, ein kleiner Hotelbetrieb, Gastronomie sowie handwerkliche Betriebe wie Fischerei, Schreinerei, Schweinezucht oder Gemüseanbau. Durch die Terrorherrschaft der roten Khmer Mitte der 70er Jahre, sei die kambodschanische Mittelschicht praktisch ausgelöscht worden. Als Folge davon können viele Leute nicht lesen und schreiben, was die Ausübung eines Berufes natürlich stark erschwere, erklärt Caminada. Smiling Gecko will ermöglichen, dass die Kinder zunächst die schulischen Grundlagen erwerben und danach ein Handwerk erlernen können.

 

Teamwork, Handwerk, Führung. Beim Besuch vor Ort wurde schnell klar, dass man gegenseitig voneinander profitieren kann. «Teamwork, Handwerk und Führung sind die drei Bereiche, in denen unsere Leute die Kambodschaner schulen können. Dabei geht es oft um grundsätzliche Dinge wie Hygiene, das Erstellen von Dienstplänen oder die Zusammenarbeit von Küche und Service», sagt Sarah Caminada. Zwei Uccelin-Stipendiaten waren bereits mehrere Monate in Kambodscha und sind mit bleibenden Eindrücken zurückgekommen. «Sie lernen dort Dinge, die ihnen nützen und können gleichzeitig etwas weitergeben, was den Leuten vor Ort hilft», sagt die Uccelin-Chefin.

Klasse in der Schule von Smiling Gecko
Lesen, Schreiben, Essen: 1000 Schüler werden bei Smiling Gecko täglich unterrichtet und verpflegt.

Die Lohn-Frage. Während Caminadas Mitarbeiter ihr fünf Monate dauerndes Uccelin-Programm absolvieren, sind Reisekosten, Unterkunft, Taschengeld und Krankenkasse von der Stiftung bezahlt, einen Lohn aber gibt es nicht. «Die Verlängerung um drei Monate in Kambodscha ist ja freiwillig, da war es mir wichtig, dass unsere Leute dafür bezahlt werden, erklärt Sarah Caminada. Den Lohn übernimmt jetzt die Stiftung für Geist und Kultur von Thomas Abegg, der auch Verleger des Food-Magazins «Marmite» ist, und sich für die Bildung junger Menschen einsetzt.

Gelaende von Smiling Gecko in Phnom Penh
«Smiling Gecko» betreibt ein Farmhouse mit Restaurant in Kambodscha.

«Alle sind happy.» Obwohl die Zusammenarbeit zwischen Fundaziun Uccelin und Smiling Gecko erst angelaufen ist, hat sie ziemlich eingeschlagen. Mittlerweile gehen sogar schon Caminada-Mitarbeiter freiwillig in ihren Ferien nach Kambodscha, um im Betrieb von Smiling Gecko mitzuhelfen. «Viele fühlen sich angesprochen von diesem Projekt», sagt Sarah Caminada. Die Idee einer Schweizer Stiftung, die junge Koch- und Servicetalente fördert, damit diese dann ihr Wissen und Können an junge Menschen in Kambodscha mit schwierigen Zukunftsperspektiven weitergeben können, wird zum Idealfall für alle Beteiligten.

 

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