Starchefs

7 Chefs und 106 Punkte in der Schäfli-Küche

Wie feiert der junge Chef im „Schäfli“ Wigoltingen? Er lädt die alte Garde ein und lässt acht Gänge kochen.

von Kathrin Berchtold | 02. Mai 2017
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Willkommen im «Schäfli»: Christian Kuchler (l.) ist der Gastgeber.

Das Menü der „Legenden“! 18-Punkte-Chef Christian Kuchler (Bild ganz oben, mit Hans-Peter Hussong und Franz Wiget) hat das wunderschöne „Schäfli“ in Wigoltingen TG übernommen, wollte sich bei seinen Eltern dafür bedanken. Also lud er Weggefährten seines Vaters Wolfgang zu einem gewaltigen Sonntagsessen ein. „War gar nicht so schwierig“, lacht Christian, „ein Datum hatten wir schnell; sogar die alten Säcke wissen, wie Doodle funktioniert.“ Die „alten Säcke“ drehten ganz schön auf: Entenleber von André Jaeger. Homard en Mousseline vom früheren Baur au Lac-Chef Bernard Gothuey. Skrei von Hans-Peter Hussong an einer scharfen Randen-Merrettichsauce („ja, es hat etwas Chili drin“). Spargel-Risotto von Othmar Schlegel. Zarte Koteletten von Jacky Donatz.

 

«Alles ganz einfach!» Höhepunkt im Menü: Der Steinbutt vom Schwyzer 18-Punkte-Chef Franz Wiget, mit Chorizo, Saubohnen und einer Beurre blanc, die man literweise auslöffeln könnte! Franz, wie macht man die? „Ist doch ganz einfach. Etwas Fischfond. Etwas Alpenbutter. Etwas Rahm. Etwas Weissweinessig. Etwas Weisswein.“ Alles klar?

 

Kuchlers Doping. Seniorchef Wolfgang Kuchler ist soeben von einer Wanderung über den Jakobsweg zurückgekommen. Sein Beitrag zum Sonntagsessen unter Freunden? Eine grossartige Ochsenschwanz-Essenz. „Die wirkt wie Doping“, sagt der leidenschaftliche Velofahrer. Erst beim Dessert durften die „Jungen“ ran. Pâtissier Daniel Simunic zauberte mit Thurgauer Erdbeeren, Limetten, Kokos und Tonka. Die älteren Herren Chefs kümmerten sich derweil um den „Tischwein“: Château Faugères 2007, serviert aus einer „Balthasar“-Flasche. Inhalt: zwölf Liter.

www.schaefli-wigoltingen.ch

Fotos: Marcus Gyger