Das Salz kommt aus dem Meersäuli. Rosarot gestrichene Wände, viel Tageslicht und jede Menge verspielte Details wie Salzstreuer in Meersäuli-Form: Im «Huberta» fühlt man sich sofort wohl. So richtig beginnen die Glückshormone aber zu fliessen, wenn das Essen auf den Tisch kommt. Denn Mirjam Eberle und Nina Wild, die beiden Chefinnen der neuen Quartierbeiz bei der Tramhaltestelle Hubertus in Zürich-Albisrieden, kochen mit einer grossen Portion Expertise, Fantasie und Leidenschaft. Bestes Beispiel: das Rindstatar. Zum von Hand geschnittenen Fleisch gibt es eine erfrischende Estragoncreme, eingelegte Senfsaat, einen kleinen Kräutersalat und ultra-knackige, süss-saure Kürbis-Pickles. Auf einem Tellerchen daneben: frisch gebackenes Brot und hausgemachte Zwiebelbutter. Bild oben: Das «Huberta»-Tatar, Nina Wild und Mirjam Eberle (v.l.).

Kitzelnde Schärfe: Die gebratenen Radiesli auf Bohnen-Zitronen-Hummus werden mit Knoblauch-Chili-Öl abgerundet.

Salz und Pfeffer gefällig? Die beiden Meersäuli sind gut gefüllt damit.
50 Prozent vegetarisch oder vegan. Mirjam, die sich als Private Chef und Pop-up-Gastronomin einen Namen gemacht hat, wollte eigentlich nie ein Restaurant eröffnen. Als sie erfuhr, dass die frühere griechische Taverne gegenüber ihrer Wohnung zur Pacht ausgeschrieben war, konnte sie aber nicht widerstehen. «Zum Glück war Nina auch sofort Feuer und Flamme für das Projekt», erzählt sie. Seit dem 14. Februar ist das «Huberta» nun offen – und sowohl mittags als auch abends bestens besucht. Reservation dringend empfohlen! Das kulinarische Konzept? Bodenständig-beschwingt! Mit rund 50 Prozent vegetarischen oder veganen Gerichten, aber ganz ohne Dogmen. «Es muss einfach Freude machen», sagt Nina.

Knuspriges Vergnügen: Eigemachtes im Tempura-Teig mit Dillmayonnaise.

Behaglich und rosarot: Der Gastraum des «Huberta».

Soulfood-Klassiker: Hackbraten mit Kartoffelstock und Rüebli.
Ein Treffpunkt für alle. Ganz wichtig ist den beiden Neo-Wirtinnen, dass das «Huberta» kein Szene-Lokal, sondern eine in der Nachbarschaft verwurzelte Beiz ist. Der teuerste Hauptgang bleibt unter der 40-Franken-Schallmauer, der günstigste kostet gerade mal 26 Franken. «Wir wollen ein Treffpunkt für alle sein», sagt Mirjam. «Auch für die älteren Menschen im Quartier. Wenn ein 20-Jähriger neben einer 80-Jährigen sitzt, dann erfüllt die Quartierbeiz ihren kulturellen Auftrag.»

Mit Leidenschaft am Herd: Mirjam Eberle (r.) und Nina Wild.
Überbackene Curly Fries mit Jalapeños. Neben Wohlvertrautem wie Knöpfli mit Apfelmus, Brösmeli und Zwiebelconfit oder Hackbraten mit Rosmarin-Jus, Schnittlauch, Kartoffelstock, Rüebli und grobem Senf bietet die erste «Huberta»-Karte auch Überraschendes wie gebratene Radiesli mit Bohnen-Zitronen-Hummus und schön scharfem Knoblauch-Chili-Öl oder ein elegantes Zandercarpaccio mit Birne, Sellerie, Estragon und Meerrettich. Wer es knusprig mag, darf sich auf mit Käse überbackene Curly Fries mit Chilisauce und Jalapeños freuen, auf Eingelegtes im Tempura-Teig mit Dillmayonnaise und auf asiatisch marinierten Pouletschenkel mit goldbrauner Panade und Zitronenbutter. Fleischlos glücklich machen Gerstenrisotto mit Portobello-Pilz, Radicchio und gerösteten Haselnüssen oder Schlesische Knödel mit Rotkohl, Kartoffelstroh, Weissweinsauce und Trauben. Zum Schluss gibt es noch Belle Héléne, pochierte Birne mit Schoggisauce. Wunderbar, oder?
Fotos: Ellin Anderegg, David Schnapp, HO

