Heissen Sie jetzt eigentlich Gil Glaze oder Gil Glasenberg?
Bin ich als DJ unterwegs, gilt mein Künstlername: Gil Glaze. Geht’s um Hospitality, heisse ich Gil Glasenberg. Ich bin in Zürich aufgewachsen.
Sie starten Ihren Hospitality-Aktivitäten in Zürich mit einem Weltstar. Nobu Matsuhisa kocht für Sie am Paradeplatz.
Ich mag seine Küche sehr, und sie passt in mein Konzept: Ich möchte internationale Brands nach Zürich bringen. Das fehlt der Stadt noch.

Architektur: Herzog & de Meuron. Das Gebäude soll Anfang 2027 eröffnet werden.

Der Plan: Weltstädtische Restaurants, Shops im gehobenen Preissegment.
Der Paradeplatz war immer eine Top-Adresse fürs Banking. Ist er auch eine Top-Adresse für Bars und Restaurants?
Ich denke schon. Der Paradeplatz wird Zürichs neuer Hub, zieht «younger people» an. Das Mandarin Oriental ist dort. Sprüngli hat renoviert. Bars wie «La Stanza» haben Erfolg. Und nächstes Jahr kommen wir.
Wie kriegt man eine Matsuhisa-Lizenz? Ein teurer Deal?
Ich habe drei Jahre dafür gearbeitet. Unsere Vertragspartner sind die europäischen Partner von Nobu Matsuhisa. Wir haben eine faire, marktgerechte Vereinbarung getroffen.
…und den grossen Meister kennen Sie persönlich?
Ich habe ihn diesen Winter im «Matsuhisa» des Badrutt’s Palace in St. Moritz kennengelernt. Ich hoffe sehr, dass er uns 2027 besuchen wird.

Willkommen in Zürich: Nobu Matsuhisa, Koch und Unternehmer von Weltruf.
Das «Badrutt’s» hat eines der besten Matsuhisa-Restaurants der Welt, arbeitet seit Jahren sehr erfolgreich, ist im GaultMillau mit 16 Punkten gelistet. Ist eine Zusammenarbeit geplant?
Nein. In St. Moritz ist das Matsuhisa Teil des Hotels und eine eigenständige rechtliche Einheit. In Zürich entwickeln wir hingegen ein eigenständiges, ganzjährig geöffnetes Konzept. Dabei werden wir von einem erfahrenen Team der Matsuhisa Europe-Gruppe unterstützt und arbeiten eng mit lokalen Talenten zusammen.
Täglich geöffnet? Tönt sehr ehrgeizig.
Wir sind mittags und abends geöffnet. Sushi und japanische Küche sind in einer Stadt wie Zürich gefragt. Zusätzlich zum Restaurant betreiben wir eine Bar, mit einer Auswahl an Matsuhisa-Gerichten und Snacks. Wir sind von unserem Konzept absolut überzeugt.
Sie sind ein Foodie. Was ist bei Matsuhisa Ihr Lieblingsgericht?
Chef Nobus New Style Sashimi. Ich interessiere mich für gutes Essen, seit ich 18 bin. In meiner Zeit als DJ habe ich viel gesehen, und mit der Zeit reifte der Gedanken, einen nächsten Schritt zu gehen und mir mit Hospitality ein zweites Standbein aufzubauen.

Doppelleben! Gil Glasenberg ist Unternehmer und legt als DJ Gil Glaze auf der ganzen Welt auf.
Sind Sie selbst ein guter Koch?
Ich sage nein. Meine Freunde sagen ja.
Sie haben an der Universität South California Hospitality studiert, kennen sich aus. Aber nehmen Sie sich auch genügend Zeit für dieses anspruchsvolle Projekt?
Natürlich. Ich bin weiterhin als DJ unterwegs und lege am Wochenende irgendwo auf der Welt auf. Von Montag bis Freitag bin ich fürs Matsuhisa Zürich da. Ich will aber nicht «the face» dieses Projekts sein. Mein Name soll nicht im Vordergrund stehen.
Nicht ganz einfach mit dem Namen Glasenberg. Ihr Vater Ivan ist weltberühmt. Ist er ein Foodie wie Sie?
Das nicht gerade. Aber er ist «excited» und drückt mir die Daumen.
Visualisierungen: Herzog & de Meuron / Fotos: HO

