Mandarin Oriental Bangkok
Hotel Tipp

141 Jahre! Der Mythos Mandarin Oriental

Nr. 1 in Bangkok: Super Service. Hohe VIP-Dichte. Terrasse am Chao Phraya River. Und richtig gute Restaurants

16. Januar 2018

Diana, Demi, Di Caprio. Das «Mandarin Oriental» lockt sie alle runter an den River: früher die berühmten Dichter (Somerset Maugham, Graham Greene),  dann Könige und Staatsoberhäupter, Prinzessin Diana und Prinz Charles, die Stars aus Hollywood (die beiden Bonds Sean Connery und Pierce Brosnan, Demi Moore, Robert De Niro, Leonardo DiCaprio). Heute Stars wie die Beckhams oder Christian Louboutin. Die königliche Familie steht dem «Mandarin Oriental» nahe. Wird gefeiert, sitzt Her Highness Princess Sirivannavari Nariratana am Ehrentisch.

 

Der Trick mit den Namen. Die 1250 Angestellten (!) haben sich an die hohe VIP-Dichte längst gewöhnt. Lange Dienstzeiten gehören zu ihrer DNA: Viele Mitarbeiter sind dreissig, vierzig Jahre dabei, im Schnitt bleiben die Thais dem Hotel fünfzehn (!) Jahre lang treu. Der Kontakt zu den Gästen, auch zu den «Normalos» ist nirgends enger. Der Trick? An morgendlichen Meetings und via Internet wird angekündigt, wer eincheckt, und tatsächlich: Die meisten Gäste werden mit Namen begrüsst! Der kleine «Liftman» Khun Anusa, ebenfalls schon Jahrzehnte im Haus, ist dabei der Champion: Er merkt sich nicht nur den Namen, sondern auch die Etage – und drückt ganz cool auf den richtigen Knopf. «Welcome home!», rufen die Thais den Stammgästen, wenn sie die Lobby (Blumenmeer, Orchester, Vogelkäfig-Lampen, erfrischender Zitronengrasduft) betreten.

 

Die Garden Suites. Zum 140. Geburtstag gabs ein paar wunderschöne Geschenke, Faceliftings vor allem im «Author’s Wing» und im «Garden Wing». Zwölf «Garden Suites» sind beispielsweise entstanden, stolze achtzig Quadratmeter gross, mit raumhohen Fenstern zum lebhaften Chao Phraya River, mit riesigen Badezimmern, sehr liebevoll eingerichtet und technisch State of the Art. Die «Grand Royal Suite» umfasst sechs Räume mit Speisezimmer für zwölf Gäste, eigenem Aufzug und Wintergarten im viktorianischen Stil. «Wer, braucht denn sechs Zimmer?» «Erstaunlich viele», freut sich der General Manager, «Staatsoberhäupter, Wirtschaftsführer, Hollywood. Alle eben, die mit Assistenten und Security anreisen.»

 

Noodle Soup & White Prawns. Den eigenen Koch können die VIPs getrost zu Hause lassen. Die Brigade des Hotels ist hervorragend. Franzosen aus grossen Häusern haben nach dem Wegzug der beiden Bündner Stefan Trepp (nach Abu Dhabi) und Reto Weber (nach Hongkong) das Kommando übernommen, sind aber clever genug, den gestandenen Thai-Chefs zumindest bei asiatischen Gerichten nicht in den Wok zu greifen. Diese machen es selbst in der All-day-Brasserie The Verandah fantastisch: Noodle Soup mit Shrimp Won Ton, Steamed Seabass mit Lime, Chili und Hom Mali Rice. Eine Etage höher, im «Lord Jim’s», ist Meergetier Trumpf. Wer «Lord Jim’s Seafood Basket» ordert, kriegt erst einen riesigen Latz zum Schutz der Kleider und dann das volle Programm: River Lobster, Atlantic Lobster, Tiger Prawns, White Prawns, Krabben, Muscheln, Snapper, verpackt in ein Lotusblatt. Das noble Restaurant Normandie ist vor allem bei den Thais sehr beliebt. Französische Küche pur: Turbot aus der Bretagne, Miéral-Tauben aus der Bresse, Reh aus dem Elsass. Im italienischen «Ciao» direkt am Fluss sagt ein neuer Chef (Danilo Aiassa aus dem Piemont) fröhlich «Buonasera» und raspelt zu einer CD von Zucchero («Miserere») grosszügig weissen Trüffel über Tagliolini und Risotto.

 

«Ox Tail jump over the Wall». Risotto und Reh gibts zu Hause auch, also reservieren wir im «China House» hinter der Réception. Ein Restaurant, geheimnisvoll und sehr rot wie im alten Shanghai. Mit einem exzellenten kantonesischen Chef: Andy Leong serviert Teochew Style Dumplings (Krabben-Ravioli), Five Spice Pork Ribs an einer heftigen süsssauren Sauce, «Ox Tail jump over the Wall» (Abalones, zubereitet nach einem Rezept der Qing-Dynastie) und natürlich «The China House Lacquered Duck». Chef Andy findet immer die Balance zwischen «hot», «sweet» und «sour», würzt nie zu krass und nie zu wenig. «Jong» sagt man in China, wenn das einer so schafft. Station kurz vor Mitternacht? The Bamboo Bar. Live-Jazz. Coole Sängerinnen. Mit etwas Glück eine Jamsession mit einem Überraschungsgast. Dazu einen kühlen Thaijito: Mekong-Rum, brauner Rohrzucker, frische Limetten, Ingwer, Zitronengras. «Sawadee khap!» Willkommen in Thailand.

Mandarin Oriental Bangkok Food
Mandarin Oriental Bangkok Room
Mandarin Oriental Bangkok Pool
Mandarin Oriental Bangkok Pool
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Eine Oase der Ruhe: Das Schwimmbecken des «Mandarin Orientals».