Text: Jana Liebi
Wie ein Fels in der Brandung. Wer im Iberostar «Es Trenc» in Colònia de Sant Jordi eincheckt, darf sich auf eine unglaubliche Aussicht freuen. In bester Küstenlage wird das im Jahr 2025 neu eröffnete Selection-Domizil gleich von zwei Seiten vom Meer umschlossen. Die bodentiefen Fenster sorgen dafür, dass man aus jedem der 145 Zimmer (DZ ab 270 CHF) freien Blick aufs Mittelmeer hat. Trotz «Ausgebucht» ist es extrem ruhig. Weder am Pool auf den Klippen noch beim Infinity-Pool auf der Dachterrasse kommt jemals das Gefühl auf, sich den schönsten Platz erkämpfen zu müssen. Doch nicht nur das Hotel, sondern auch die Umgebung hat viel zu bieten. Viele Gäste erkunden tagsüber mit dem Mietwagen die malerische Region oder flanieren an der einladenden Strandpromenade entlang bis zum benachbarten Es-Trenc-Strand, einem der schönsten der Insel. Die Besucher schätzen den ruhigeren Teil Mallorcas, weit entfernt von den partyhungrigen Touristenhochburgen und den stark frequentierten Velorouten.
Atemberaubend! In jedem der 145 Zimmer hat man Sicht aufs Meer.
Nachhaltigkeit ist Chefsache. Der schonende Umgang mit Ressourcen ist ein zentrales Prinzip bei Iberostar. So wurde das «Es Trenc» in einer zweijährigen Sanierungsphase komplett ökologisch umgebaut. Nur die Grundstruktur aus den 1970er-Jahren blieb erhalten. Alles andere wurde neu gestaltet: mit Materialien aus der Region und vom spanischen Festland, darunter mallorquinischer Stein, lokale Textilien und Werke des Künstlers Joan Bennàssar. Dass in keinem der über 100 Iberostar-Hotels in 40 Ländern Kompromisse beim Umweltschutz gemacht werden, dafür sorgt Gloria Fluxà. Gemeinsam mit ihrer Schwester Sabina führt sie Iberostar bereits in vierter Generation. Weltweit engagiert sich das Unternehmen zudem in lokalen Projekten, vom Schutz bedrohter Arten über die Förderung zukunftsfähiger Fischerei bis hin zur Unterstützung und Einbindung der lokalen Bevölkerung.

Lokal pur: der Corvina Curada wird im wunderschönen mallorquinischen Teller serviert.

Mediterranes Ambiente: Im «Salivent» kann man wunderbare Abende geniessen.

Arroz Meloso: Das Gericht zeichnet sich durch seine herrlich cremige Konsistenz aus.
Lokale Kulinarik im «Salivent». Auch kulinarisch folgt das Haus einem klaren Prinzip: lokal, saisonal, reduziert aufs Wesentliche. Was rund um das Hotel wächst, gefischt oder produziert wird, findet seinen Weg auf die Speisekarte. Im À-la-carte-Restaurant «Salivent» wird diese Philosophie genussvoll umgesetzt. Das Konzept ist typisch spanisch: leicht, gesellig und entspannt. Die Vorspeisen werden als Sharing-Gerichte serviert, sodass man sich beim angeregten Gespräch durch die verschiedenen Köstlichkeiten probieren kann. Zu Corvina Curada (Adlerfisch) und Tatar gibt es hausgemachtes Aioli. Das Brot wird nach Lust und Laune ins hervorragende Olivenöl getunkt und mit den feinen Salzflocken aus den benachbarten Salzfeldern veredelt. Als Hauptgang gibt es ein herrlich cremiges Arroz Meloso mit Iberico-Schwein und Pilzen. Dazu gibt es leichten mallorquinischen Wein mit einem Blick auf einen spektakulären Sonnenuntergang. So entstehen unvergessliche Sommerabende.

«Salinas d'Es Trenc»: In monatelanger Arbeit wird mehrmals täglich das «Flor de Sal» von der Wasseroberfläche geerntet.
Der Geschmack des Südens. Mallorquiner sind stolz auf ihr traditionelles Handwerk – dazu gehört auch das berühmte «Flor de Sal». Nur zehn Autominuten vom «Es Trenc» entfernt liegen die «Salinas d'Es Trenc». Ein Besuch lohnt sich: Die riesigen Salzbecken erstrecken sich bis zum Horizont und bieten dank ihres einzigartigen Ökosystems zahlreichen Vogelarten, darunter Flamingos, einen idealen Lebensraum. Während man einen der eindrucksvollsten Naturräume entdeckt, erfährt man, wie das kostbare Salz unter Sonne und Wind gewonnen wird. Schnell versteht man, warum das «weisse Gold» seit Jahrhunderten zur Identität der Region gehört und bis heute eine zentrale Rolle in den Küchen des Südens spielt.

Auch Lokalmatador Rafael Nadal war bereits zu Gast im Manolo.
Wo das Salz auf den Teller kommt. Nur wenige Minuten entfernt liegt das Dorf Ses Salines. Hier findet man die «Bodega Barahona», die von den Einheimischen wegen ihres ikonischen Gastgebers liebevoll nur «Manolo» genannt wird. 1945 eröffnete er das Restaurant und machte es zu einem Treffpunkt für Liebhaber mediterraner Küche. Heute führen seine Kinder die Bodega weiter. Über die Jahre haben sich hunderte Fotos der Familie und bekannten Gäste an den Wänden angesammelt. Auf einem Bild ist ein junger Rafael Nadal zu sehen, auf einem anderen Manolo mit seinem Sohn beim Sammeln von Salzblöcken an der Küste. «Dieses selbstgeerntete Salz verwenden wir als Gewürz für unseren Fisch», erzählt Apolonia, Manolos Tochter, stolz, während sie einen Fisch aus der Salzkruste befreit. Plötzlich erscheint Manolo hinter ihr. Auch im hohen Alter schaut er noch regelmässig vorbei, begrüsst die Gäste und segnet den frisch filetierten Fisch - so auch den unseren. Ob es an dieser «Bendición», dem eigenen Salz oder schlicht an der hervorragenden Zubereitung liegt – der Fisch ist aussergewöhnlich gut. Wahrscheinlich einer der besten der Insel.

Darf in Spanien nicht fehlen: Paella. Am besten in einem Strandrestaurant wie dem «5 Illes».

Das kristallklare Wasser lädt zum Schnorcheln ein.

Kapitänin der «Un Bon Dia»: Claudia kennt die besten Spots an der Küste.
Im Fischerboot zu einsamen Buchten. Wer den Süden Mallorcas nochmals aus einer anderen Perspektive erleben möchte, sollte sich einen Bootsausflug buchen. Kapitänin Claudia verkörpert das typisch mallorquinische Lebensgefühl. Braungebrannt und mit einem strahlenden Lächeln begrüsst sie ihre Gäste an Bord der «Un Bon Dia», einer traditionellen Llaut, wie die mallorquinischen Fischerboote genannt werden. Gemächlich tuckert das Holzboot entlang der zerklüfteten Küste. Vorbei an kleinen Buchten, türkisfarbenem Wasser und einsamen Felsformationen zeigt sich Mallorca von seiner ruhigen Seite. Nach rund einer Stunde wird in einer abgelegenen Bucht geankert. Während über dem Wasser nur das leise Plätschern der Wellen zu hören ist, bleibt Zeit zum Schwimmen, Schnorcheln oder einfach zum Geniessen. Spätestens hier wird klar, weshalb der Süden Mallorcas für viele noch immer zu den schönsten Ecken der Welt zählt: authentisch, entspannt und erstaunlich ursprünglich.
www.iberostar.com
www.salinasdestrenc.com
www.bodegabarahonacasamanolo.es
Fotos: Iberostar, Salinas d'Es Trenc, HO

