Das «Frohsinn» weigert sich, in eine Schublade zu schlüpfen. Weinbar. Bistro. Ein junger, lebendiger Treffpunkt, mitten in der Berner Altstadt. Ein Ort, an dem ein Abend beiläufig beginnt – und plötzlich länger dauert als geplant. Der Raum zieht sich als langer Schlauch durchs Lokal, gegliedert von massiven Säulen und weichen Rundbögen. Entlang der Wand eine lange Polsterbank aus karamellfarbenem Leder, davor kleine schwarze Tische und runde Hocker. Warmes Licht fällt auf dunklen Steinboden. Alles wirkt elegant, aber nie steif. Ein Ton, der sich auch auf dem Tisch fortsetzt. Die Teller kommen farbenfroh, fast spielerisch daher: leuchtende Saucen, tiefgrünes Kräuteröl, gerösteter Blumenkohl mit leicht verkohlten Stellen. Zutaten, die wirken, als hätten sie gerade den Markt verlassen. Die Idee dahinter ist unkompliziert: Ein Glas Wein bestellen, ein paar kleine Teller dazu – und dann schauen, wohin der Abend führt. Das «Frohsinn» funktioniert als spontaner Apéro genauso gut wie als Bistro, an dem sich der ganze Abend entfaltet.

Frohsinn Bern

Elegant, aber nicht steif: Die Weinbar Frohsinn in der Berner Altstadt.

Frohsinn Bern

Der Apéro im «Frohsinn»: marinierte Oliven, hausgemachtes Kimchi sowie Chips mit Parmaschinken und Pecorino.

Die Karte startet als Begleiter zum Glas, wächst dann aber über den klassischen Apéro hinaus. Oliven vom Familienbetrieb Ruocco aus der Region Bern, mariniert mit Zitronen- und Orangenschale. Kimchi, hausgemacht, aktuell mit Rüebli, Chinakohl, Chili, Ingwer und Rettich. Brot von der Berner Bäckerei Bohnenblust, kräftig gebacken, gemacht zum Reissen und Tunken. Dann die Teller für die Tischmitte: Ein Turm aus Chips und Parmaschinken, abwechselnd geschichtet und grosszügig überdeckt mit fein geraffeltem Pecorino. Oder ein Saucenteller – ein Signature Dish des Hauses. Kürbis, Rande, Cashew, Pilz. Vier Farben, vier Texturen, vier Geschmäcker, die auch zusammen wunderbar funktionieren. Chicorée trifft auf Burrata und Blutorange, zusammengehalten von einer süss-sauren Vinaigrette. Die warmen Teller bleiben genauso unkompliziert. Blumenkohl wird zuerst sous-vide gegart, danach stark angeröstet und auf einer kräftigen Petersiliensauce serviert. Und ein Schweizer Klassiker à la «Frohsinn»: Pouletflügeli vom Hof am Stutz, sous-vide mit Zitrone gegart, kurz in der Pfanne angebraten und mit aufmontiertem Pouletfond serviert.

Frohsinn Bern

Das «Frohsinn» kann mehr als Apéro: Chicorée mit Burrata, Blumenkohl mit Petersiliensauce und Pouletflügeli.

Frohsinn Bern Jutta und Julia Bärenfaller

Das «Frohsinn»-Kernteam: Julia und Jutta Bärenfaller (r.) mit Süheyla Sahbaz. Dominik Borer fehlt im Bild.

Hinter dem «Frohsinn» stehen die Zwillingsschwestern Julia und Jutta Bärenfaller, unterstützt von Süheyla Sahbaz und Dominik Borer. Eröffnet haben sie das Lokal Anfang November – mit einer Idee, die so simpel wie selbstverständlich klingt: Gute Produkte einkaufen, mehrheitlich Gemüse, saisonal kochen und Gerichte servieren, die alle gerne essen. Jutta lernte im «Meridiano» bei Fabian Raffeiner und zog danach weiter hinaus in die Welt: Stationen in Hamburg, Sizilien und Australien. Der Plan, irgendwann gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester ein eigenes Lokal zu eröffnen, blieb dabei immer bestehen. Die «Frohsinn»-Karte wechselt monatlich. Einige Gerichte bleiben, andere verändern sich laufend. Dazu eine grosse, gut kuratierte Weinkarte mit Flaschen, die sich nicht in den Vordergrund drängen, sondern das tun, was guter Wein tun soll: Den Tisch zusammenbringen und den Abend ganz beiläufig in die Länge ziehen.

Frohsinn Bern

Der Raum zieht sich als langer Schlauch durchs Lokal: Vis-à-vis der offenen Küche befinden sich hohe Tische mit Barhockern.

Frohsinn Bern

Ein junger Signature Dish des «Frohsinn»: der Saucenteller mit vier verschiedenen Saucen und Brot zum Tunken.

 

Kontakt
Frohsinn
Münstergasse 54
3011 Bern
frohsinn-bern.ch
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Öffnungszeiten
Montag bis Freitag, 14 bis 23.30 Uhr

 

Preise 
Alle Gerichte 3.50-32 CHF

 

Empfehlungen
Chips mit Parmaschinken, Saucenteller, Rindstatar, Pouletflügeli