Text: GaultMillau Schweiz
Die weltweite Genuss-Marke. «Wir stehen im Jahr der Eroberungen», sagt Patrick Hayoun, Präsident und CEO von GaultMillau International (Bild oben). Von Genf aus erobert er die Welt, mit Hartnäckigkeit, Verhandlungsgeschick und Ehrgeiz. «Der GaultMillau versteht sich als weltweite Genuss-Marke. Deshalb wollen wir mit unserem Guide jedes Jahr in zehn neuen Ländern erscheinen.» Die Lizenz für die Schweiz hat Ringier, seit 1982 bereits.
Patrick Hayoun, wie erobert man China?
Wir sind dreimal nach Peking gereist, haben Partner gefunden. Jetzt geht es darum, die geeigneten Tester zu finden. Expats mit viel Erfahrung in Hotellerie und Gastronomie helfen uns beim Start, dann bauen wir eine chinesische Mitarbeiterstruktur auf.
China ist riesig! Konzentrieren Sie sich auf ein paar wenige Städte?
Wir starten in Shanghai, Peking, Hongkong und Macau. Im November 2027 soll’s losgehen: Mit einer Gala in Peking und mit der Erscheinung des ersten Guides.
Ihr grosser Konkurrent Michelin ist in China bereits präsent.
Die Auswahl von Michelin ist auf diesen Märkten qualitativ oft enttäuschend, unabhängig davon, ob die Einführung des Guides von Regierungen finanziert wird oder nicht. Die Bewertungsmassstäbe entsprechen nicht denen, die in Europa angewendet werden. GaultMillau will eine länderübergreifend einheitliche Bewertung bieten und lokale Talente entdecken.

Ein ikonisches Bild: die drei Jahrhundert-Köche von GaultMillau! v.l. Paul Bocuse, Frédy Girardet und Joël Robuchon. (Bild: JF Mesplède/Page d’Écriture)
Einen Guide GaultMillau Saudi-Arabien wird’s auch geben.
Der erste GaultMillau-Guide für Saudiarabien ist bereits gedruckt. Mit unseren Teams im Nahen Osten bereiten wir nun die zweite Ausgabe vor.
Hat GaultMillau Frankreich seine Krise überwunden?
Ja. Wir sind auf Kurs, haben ein starkes Team, sind auch digital sehr fit. Unseren gedruckten Ausgaben bleiben wir treu. Das gehört zur DNA von GaultMillau, eine Buchausgabe erwarten wir in allen Ländern. In Frankreich geben wir nebst dem grossen Guide auch noch elf Regionalausgaben heraus. Belgien etwa druckt und verkauft jedes Jahr 40’000 Guides, ist im Corporate Business sehr stark.
Was kann GaultMillau besser als Michelin?
Talente entdecken! Und das macht GaultMillau seit 1969, also seit 57 Jahren. Wir wollen vielversprechende Köchinnen und Köche aufspüren, ihre Entwicklung begleiten und ihre Küche bekannt machen, bevor sie breite Anerkennung finden.
Sie erobern Kasachstan und die Baltischen Staaten. Schweizer Foodies hätten lieber einen überzeugenden Guide in Italien und Deutschland.
In Italien geht’s demnächst los, nach bewährtem Muster. Wir starten in den grossen Städten und wissen natürlich, dass die Konkurrenz in diesem Land sehr gross ist. In Deutschland hatten wir viel Ärger mit unserem früheren Lizenznehmer. Aber wir planen einen Neustart.
Mit der Schweiz haben Sie wenig Ärger.
Ringier ist einer der ältesten Lizenznehmer von GaultMilllau und ein Leuchtturm. Die Schweiz hat uns mit ihrem GaultMillau-Channel gezeigt, wie man die Marke digital weiterentwickelt.
Fotos: Shutterstock, JF Mesplède/Page d’Écriture, HO
