Text: David Schnapp | Fotos: Thomas Buchwalder

Bar, Lunch und Menü. Betritt man das Restaurant Corso in St. Gallen, fällt zunächst das riesige bunte Wandgemälde des deutschen Künstlers Franz Ackermann auf, das den Eingangs- und Barbereich schmückt. Hier sitzen Gäste für ein Feierabendbier und bestellen später vielleicht ein Rinder-Tatar oder einen Linseneintopf mit Tofu. Dieser Bereich des Lokals ist auch mittags geöffnet und beliebt für Business Lunches an zentraler Lage in der Stadt. Geschickt abgetrennt und unterteilt mit roten Vorhängen wird der zweite Bereich des Lokals, der trotz viel Glas und Sichtbeton angenehm gemütlich wirkt. Im Restaurant wird abends ein Menü serviert, freitags ist es auch für Mittagessen geöffnet. Grosses Bild oben: Küchenchef Markus Schenk mit Partnerin und Chef de Service Lenka Schenk.

Restaurant Corso St Gallen, Champagner-Story Laurent Perrier, St. Gallen, 18. Dezember 2025 mit Geschäftsführer Gastronomie Markus Schenker, Chef de Service/Leiterin Events Lenka Schenk, Sous-Chef Alexander Gruel (gestreifte Schürze) und Chef de Service/Sommelier Jonathan Mettler

Bunte Fröhlichkeit: Im Bar-Bereich des «Corso» mit der Wandmalerei von Franz Ackermann wird auch ein Business Lunch serviert.

Enge Beziehungen zu lokalen Produzenten. Das frühere Kino Corso ist heute Geschäftshaus und Restaurant, geführt wird letzteres vom Ehepaar Schenk. Der gebürtige Südtiroler Markus Schenk kocht seit 2016 in St. Gallen und hat in dieser Zeit enge Beziehungen zu vielen regionalen Produzenten geknüpft. Mit wenigen Ausnahmen – zum Beispiel Vanille im Dessert – kommen seine Zutaten aus der Nähe. Hecht, Egli oder Aal etwa fängt Berufsfischer Claudio Gortz aus Altenrhein im Bodensee, die Bergkartoffeln bezieht Schenk vom Biohof Las Sorts im Albulatal und der Safran, der gut zu Fisch passt, kommt aus Fläsch in der Bündner Herrschaft. Nur die Sprüche und Zitate, die zu jedem Gang im Menü auf einer Karte präsentiert werden, kommen aus aller Welt: «Safran ist nicht nur ein Gewürz, es ist eine Emotion. Es verwandelt die einfachsten Zutaten in etwas Aussergewöhnliches», wird dann zum Beispiel Koch und Autor Yottam Ottholenghi zitiert.

Restaurant Corso St Gallen, Champagner-Story Laurent Perrier, St. Gallen, 18. Dezember 2025 mit Geschäftsführer Gastronomie Markus Schenker, Chef de Service/Leiterin Events Lenka Schenk, Sous-Chef Alexander Gruel (gestreifte Schürze) und Chef de Service/Sommelier Jonathan Mettler

Konzentriert: Küchenchef Markus Schenk (l.) mit Sous-Chef Alexander Gruel.

Restaurant Corso St Gallen, Champagner-Story Laurent Perrier, St. Gallen, 18. Dezember 2025 mit Geschäftsführer Gastronomie Markus Schenker, Chef de Service/Leiterin Events Lenka Schenk, Sous-Chef Alexander Gruel (gestreifte Schürze) und Chef de Service/Sommelier Jonathan Mettler, Menü: Zander im Panko-Mantel mit Creme aus Fläscher Safran, Kind Edwart (frittiert) und Ragout von rote Amalie in der Kartoffelrolle. Beurre blanc mit Schnittlauchöl.

«Fischknusperli»: Zander mit Safran-Creme, Bergkartoffeln und Beurre blanc.

Restaurant Corso St Gallen, Champagner-Story Laurent Perrier, St. Gallen, 18. Dezember 2025 mit Geschäftsführer Gastronomie Markus Schenker, Chef de Service/Leiterin Events Lenka Schenk, Sous-Chef Alexander Gruel (gestreifte Schürze) und Chef de Service/Sommelier Jonathan Mettler

Vorhänge für Gemütlichkeit: der Restaurant-Bereich im «Corso». 

The Place to b. Küchenchef Markus Schenk ist ein eher stiller Schaffer, der sich nicht wortreich erklären muss oder will. Aber seiner kulinarischen Überzeugung verfolgt er konsequent. Das Gute liegt so nah, lautet das Konzept. Die Gerichte im «Corso» sind schlichte Schönheiten, reduziert auf das Wesentliche – ästhetisch, aber ohne Firlefanz. Den Hecht etwa gibt es klassisch als Klösschen mit einer eleganten Champagner-Beurre-blanc oder Schenk serviert einen Zander im Pankomantel gebacken als luxuriöses Fischknusperli, dazu verschiedene Sorten und Zubereitungen von Bergkartoffeln und eine Safrancreme. GaultMillau-Rating: 16 Punkte.

>> Restaurant Corso St. Gallen

 

Created with Sketch.  | The Place to b.

Die GaultMillau-Tester stellen im Auftrag der UBS jede Woche einen «Place to b.» vor: Adressen für den gepflegten Businesslunch, für den Brunch am Wochenende, für ein Essen mit Freunden, für Trendsetter & Entdecker, für Verliebte. Bereits erschienene «Tipps der Woche» finden Sie hier