Text & Fotos: Pascal Grob

Züri-Legenden. Katharina Sinniger und Tine Giacobbo haben Zürich kulinarisch geprägt. Erst 22 Jahre lang mit der «Alpenrose» an der Fabrikstrasse, später mit der «Zentrale für Gutes» an der Ottostrasse. Dort wurde der «Eisvogel» im Sommer zur festen Adresse für Glace, die in dieser Stadt ihresgleichen sucht. Täglich sechs frische Sorten. Kein Chichi. Mal Fior di Latte mit Lorbeer. Mal ein Sorbet aus Morellenfeuer oder Nespole, wo die Geschmacksnuancen klarer dahinschmelzen als beim direkten Biss in die Frucht. Kein Zufall: Als langjährige Köchin der «Alpenrose» entwickelte Giacobbo ein feines Gespür für Zutaten von aussergewöhnlicher Qualität und dafür, wie sie miteinander harmonieren. Die «Zentrale für Gutes» war aber nie bloss Gelateria, sondern auch ein täglicher Treffpunkt für Jung und Alt. Zürich dankt den beiden für eine Leistung in der Gastronomie, die weit über das Quartier hinausreicht.

Grande Finale. Die Geschichte geht nicht abrupt zu Ende: «Wir wissen schon seit zwei Jahren, dass wir aufhören», sagt Sinniger. «Es war eine super Zeit. Und jetzt ist es vorbei. Das ist auch gut so.» Nach zehn Jahren läuft der Vertrag der «Zentrale für Gutes» aus. Der Moment stimme. Auch körperlich: «Die ganze Arbeit in der Küche für Tine ist nicht ohne.» Eigentlich, sagt Sinniger, sei die «Zentrale für Gutes» ohnehin eine Zugabe gewesen. «Ich wäre nach der ‹Alpenrose› schon pensioniert gewesen, Tine war kurz davor. Aber es wäre komisch gewesen, damals schon ganz aufzuhören.» Also machten die beiden noch ein paar Jahre weiter. Was am 2. Oktober, dem letzten Tag des «Eisvogels», genau geplant ist, steht noch nicht fest. «Wir machen sicher etwas», sagt Sinniger. «Aber wir haben noch Zeit, uns das zu überlegen.» Was danach mit dem Ort passiert, liegt bei der Verwaltung der Liegenschaft.

 

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