Wine & Drinks

Weine aus Genève: Gamaret, Gamay, Schaumwein!

Im Kanton Genf wachsen charaktervolle, preisgünstige Weine. Beispiel: Cave de Genève und Domaine du Paradis.

von Elsbeth Hobmeier | 18. April 2017

GENF IST UND WAR IMMER EIN PIONIER. Das sagt einer, der es wissen muss: Martin Wiederkehr, Direktor der Cave de Genève SA, die einen Drittel der Genfer Weinproduktion abdeckt. Er zählt auf: «Genf führte 1988 die erste AOC der Schweiz ein. Genf war Heimat der ersten Biobetriebe. Und Genf baute als erster Schweizer Kanton die Sorte Gamaret in grossem Stil an». Dies widerspiegle den offenen Geist der Stadt und ihr Flair, neue Wege zu suchen.

Martin Wiederkehr , Direktor Cave de Genève, Oenologen Florian Barthassat
Direktor Martin Wiederkehr (l.) und Chefönologe Florian Barthassat.

EINEN OFFENEN GEIST pflegt auch die Cave de Genève. Mit ihrem modernen Keller in Satigny ist sie die wichtigste Stütze des «Genfer Weinwunders». Dahinter stehen rund 100 Winzerfamilien, welche einen Drittel der Genfer Rebfläche bewirtschaften und die gesamte Palette von 25 Traubensorten liefern. Vom spritzigen Chasselas bis zum vollfruchtigen Viognier, vom süffigen Gamay bis zum kernigen Cabernet franc bietet die Kellerei für jeden Geldbeutel den passenden Wein. Eine absolute Erfolgsgeschichte sind die Schaumweine unter dem Label «Baccarat». Natürlich ist die Cave de Genève auch beim berühmten Gemeinschaftsprojekt der Genfer Winzer dabei: dem «Esprit de Genève», eine rote Assemblage aus mindestens 50 Prozent Gamay und weiteren roten Sorten wie Gamaret und Garanoir. Inzwischen machen 20 Winzerbetriebe mit, die Flaschen kommen in einheitlichem Label und Preis auf den Markt – allein 6000 Flaschen stammen aus den Caves de Genève und tragen die Handschrift ihres Chefönologen Florian Barthassat.

Von der Domaine du Paradis schweift der Blick über die schneebedeckten Rebberge hinunter zur Stadt Genf.

DAS PARADIES LIEGT NÄHER als man denkt, nämlich im Genfer Weindorf Satigny: Die Domaine du Paradis heisst nicht nur so, sie bietet auch eine paradiesische Sortenfülle. Gegründet wurde die Domäne von Roger und Rosette Burgdorfer. 1991 stiess der Önologe Didier Cornut dazu. Die Rebfläche wurde vergrössert, heute wachsen auf 44 Hektar 22 verschiedene Weine. Besonders gehätschelt werden die aus dem Rhônegebiet stammenden Sorten Viognier, Syrah und Grenache, aber auch der einzige Genfer Zinfandel. Immer wieder preisgekrönt: die weisse und rote Assemblage «Pont des Soupirs» – so heisst die Eisenbahnbrücke vor Satigny im Volksmund. Und richtig nach Paradies riecht es im neu angelegten Aromagarten.

Didier Cornut (l.), der Önologe, und Roger Burgdorfer, der Gründer und Inhaber der Domaine du Paradis, sind ein...
...Gespann und eingespieltes Team. Gemeinsam überraschen sie immer wieder mit neuen Weinsorten und –kreationen.

PHILIPPE CHEVRIER HAT SIE ALLE. In Satigny, genauer in der „Domaine de Châteauvieux“, ist auch GaultMillaus 19-Punkte-Chef Philipp Chevrier. In seinem riesigen Keller liegt alles, was in Genf Rang und Namen hat. Wer will, kriegt zum grossen Menü eine komplette Genfer Weinbegleitung. Alternative in Satigny: Das „Café de Peney“: Bistro mit toller Weinkarte, gehört ebenfalls zum Chevrier-Imperium.

www.mondovino.ch