25 Rebsorten! Ursprünglich studierte Jean-Pierre Pellegrin Archäologie. Dieses Wissen kam ihm zugute, als er sich mit 28 Jahren entschloss, das Familienweingut Domaine Grand’Cour in Peissy-Satigny zu übernehmen und selber Wein zu machen. Sein Vater hatte die Trauben noch an die Genossenschaft abgeliefert. Das wollte der Sohn ändern. Nach fünf Jahren der Umstellung hatte Pellegrin dieses Ziel erreicht. Auf 15 Hektaren pflanzte er 25 Rebsorten an. Eigenhändig renovierte er den prachtvollen, fast 700-jährigen Hof und errichtete aus alten Steinen einen Barriquekeller und einen Degustationsraum.

 

Der Uhrmacher! So nennt man Pellegrin in der Szene, weil er seine Crus derart präzise komponiert, weil er auf den sanft geneigten Hängen nahe der französischen Grenze rekordverdächtige 25 Traubensorten pflegt, sie einfühlsam keltert und sortenrein oder in Assemblagen zu präzisen, subtilen Weinen ausbaut. Seine grossen Weissweine legt er in Amphoren, die Roten in Eichenbarriques. Hier ist ein Ausnahmekönner am Werk, einer, der das Niveau jedes einzelnen Gewächses so hoch wie möglich schraubt und seine Domaine an die Spitze gebracht hat. Der GaultMillau zeichnet ihn als Ikone der Schweizer Weinszene aus.

 

Seine Weine sind rar! Zum Beispiel der «P», eine Cuvée aus über 40 Jahre alten Pinot-noir-Stöcken, welche in mehrheitlich neuem Eichenholz reift. Nachgerade berühmt sind die beiden Assemblagen Grand’Cour blanc und Grand’Cour rouge. Der ausdrucksvolle Weisse besteht aus Kerner, Riesling und Sauvignon blanc und reift in Ton- und Beton-Amphoren, was sich in der herrlichen Mineralität zeigt. Der Rote wird nach Bordelaiser Vorbild aus Cabernet franc, Cabernet Sauvignon und etwas Merlot komponiert. Leider gibt es stets zu wenig Flaschen. Das könnte sich ändern, weil er sein Land und damit auch seine künftige Produktion praktisch verdoppeln konnte.

 

«Einzigartig!» Das sagt Geny Hess, Präsident der GaultMillau-Weinjury: «Auf der Domaine Grand’Cour werden traditionelle Werte, aber auch Innovationen gelebt. Des Öfteren hatte ich die Chance und das Glück , Jean-Pierre Pellegrin im Weinberg zu erleben und dabei sehr schnell begriffen, weshalb seine Gewächse so charaktervoll und einzigartig sind.»