Feliciano Gialdi
Wine & Drinks

Schweizer Top-Winzer: Feliciano Gialdi

Feliciano Gialdi kreierte als Erster einen weissen Merlot. Und ist einer der besten Weinmacher im Tessin.

von Elsbeth Hobmeier | 26. April 2017

Ein Kilogramm Trauben. Diese riesige Menge verarbeitet die Firma Gialdi Vini jedes Jahr zu Wein. Die Trauben werden werden angekauft von über 300 Winzern, die in der unteren Leventina, der Riviera und dem Bleniotal seit Generationen mit Leidenschaft Weinbau betreiben. Die Gialdi Vini ist heute eine der grössten Kellereien im Tessin. Im Gegensatz zu den anderen «Grossen» hat sich Feliciano Gialdi jedoch immer vehement gegen uniformierte Massenweine zu Billigpreisen gewehrt. Er wollte zeitlebens einzig Terroir-Weine in allerbester Qualität produzieren. Dies ist ihm gelungen: Wenn es um Top-Positionen des Tessiner Weins geht, hat Gialdi immer die Nase vorn. Der GaultMillau zeichnete ihn als «Ikone des Schweizer Weins» aus.

 

Weisser Merlot! Den Durchbruch schaffte Feliciano Gialdi mit dem weissen Merlot. Er war der Allererste, welcher die roten Merlottrauben nur ganz kurz abpresste, damit der Wein nicht zuviel Farbstoff mitnahm, und sie dann als weissen Wein kelterte. «Terre Alte» hiess dieser Pionier – es gibt ihn bis heute in der grossen Gialdi-Palette. Mehr Furore macht zurzeit sein würziger «Biancospino», der zu 70 Prozent aus rotem Pinot noir und zu 30 Prozent aus weissem Chardonnay komponiert wird. Das Tessin ist ein Merlot-Land, ein klares Rotweingebiet. Aber heute wird bereits – auf den Spuren von Feliciano Gialdi – ein Fünftel der gesamten Merlot-Ernte als Weisswein gekeltert. Feliciano Gialdi hinterlässt Spuren.

 

Sassi Grossi. Trentasei. Quattromani. Diese grossen, intensiven und komplexen Rotweine stammen alle aus dem Hause Gialdi. Es sind reine Merlots, sie reifen in Barriquefässern in den für den Mendrisiotto typischen, in den Berg gebauten «Cantine» mit ganzjährig gleichen Temperaturen. Der «Quattromani» hat dabei eine eigene Geschichte: Es ist ein Gemeinschaftswerk der Tessiner Weinhäuser Gialdi, Brivio, Tamborini und Delea. Seit 2001 hat Feliciano Gialdi den Keller von Guido Brivio, dessen Weine zuvor schon bei ihm gekeltert wurden, in sein kleines Imperium integriert. Und mit Fredy de Martin hat er einen Önologen ins Haus geholt, der sein Handwerk versteht und Felicianos Lebenswerk in die Zukunft führen soll.

 

«Gialdi ist Kult!». Geny Hess, Präsident der GaultMillau-Weinjury: «Jedes Zusammentreffen mit Feliciano Gialdi ist ein Erlebnis. Er ist grundehrlich, hat ein Gespür fürs Echte und einen guten Umgang mit Traubenlieferanten, Mitarbeitern und Kunden. Die Weine von Gialdi und Brivio haben weit über die Tessiner Kantonsgrenzen hinaus Kultstatus erreicht.»

www.gialdi.ch