Text: Patricia Bröhm
«Es geht ums Überleben». Bald ist es so weit. Wieder einmal hält die Skiwelt den Atem an. Vom 19. bis 25. Januar werden 300 Millionen Zuschauer live vor dem Fernseher verfolgen, wie auf der Streif, der berüchtigtsten und gnadenlosesten Abfahrt der Welt, Legenden geboren und Träume zerschmettert werden. Kein Rennen elektrisiert Jahr für Jahr mehr als das mythische Hahnenkammrennen von Kitzbühel. Oben am Start gibt es für Sekunden einen Moment der Stille – dann stürzt sich der Athlet in ein Inferno aus Eis, Geschwindigkeit und purem Risiko. Die Mausefalle, dieser fast unwirkliche Abgrund, fällt mit ihren 85 Grad in die Tiefe wie eine Hauswand, gegen die sich jeder Fahrer mit schierer Willenskraft stemmt. Und unten, an der Zielgeraden, verwandelt sich die Piste in ein Tollhaus: Jubel für jeden, der heil ankommt. Ski-Weltmeister Aksel Lund Svindal brachte es einmal so auf den Punkt: «In Kitzbühel geht es ums blanke Überleben.» Odi, Franjo & Co, haben etwas gut zu machen: 2025 stand kein Schweizer Athlet auf dem Abfahrts-Podest (Sieger: James Crawford). Grosses Bild oben: Marco Odermatt.

Nervenkitzel und Partystimmung: Das alljährliche Hahnenkamm-Skirennen bietet den Besuchern beides.
Die legendäre Hummerparty. In den Tagen rund um das grosse Event herrscht Ausnahmezustand. «Das Hahnenkamm-Rennen ist unsere Formel 1», sagt Johannes Mitterer, Direktor des Hotels Kitzhof, in dem während der Rennwoche die österreichische Nationalmannschaft untergebracht ist. Samstagabends steigt am Renn-Wochenende im Haus die legendäre Hummerparty, bei der sich Sportprominenz aus aller Welt trifft; auch Arnold Schwarzenegger zählt regelmässig zu den Gästen. Kitzbühel wird in diesen Tagen zur Dauerparty – wie eigentlich den ganzen Winter lang. Denn «die Gamsstadt» ist mehr als ein Skiort, sie ist eine Bühne. Zwischen verschneiten Giebeln, den Boutiquen internationaler Labels und zahllosen Stehtischen mit Champagnergläsern mischt sich alpine Bodenständigkeit mit mondäner Eleganz.

Exklusiver Komfort & stylischer Alpen-Flair: Das Hotel Kitzhof in Kitzbühel.

Die Studio Suite im Hotel Kitzhof mit Ausblick auf die Kitzbüheler Bergwelt & die Streif.
Hier trifft Pelz auf Prada. Après-Ski auf die Kulisse der Altstadthäuser mit ihren bunten Fassaden. Ihren pistaziengrünen oder vanillegelben Anstrich haben sie dem Architekten, Designer und Künstler Alfons Walde zu verdanken, der 1931 auch das bekannte Kitzbüheler Gams-Logo für den Skiverein entwarf. Seine Werke hängen heute im Museum Kitzbühel, Tür an Tür mit den Szene-Bars Fünferl oder Jimmy’s, die sich schon am späten Nachmittag füllen. Ein Lieblingstreff der «Kitz»-Szene ist auch das «Les Deux», eine Dependance des gleichnamigen Münchner Lokals, beide geführt vom Elsässer Fabrice Kieffer. Ein für Kitzbüheler Verhältnisse recht intimes Lokal, das Alpinflair mit urbanem Brasserie-Spirit mixt. Bestseller auf der Karte sind nicht nur das Steak au poivre, sondern auch Gillardeau-Austern No. 2 und Imperial Kaviar. Kitzbühel halt.

Im Restaurant Les Deux trifft sich «tout Kitzbühel».

Beef Tartar im «Les Deux»: Fleisch vom heimischen Rind mit Gartenkresse.

Ein Dauerbrenner auf der Winterkarte: Gillardeau Austern No. 3 im Les Deux.
Fotos: Simon Weller, Stefanie Scheffenacker, Tobias Steinmaurer, Getty Images, HO
