
Taverne Johann
«Das war so in Ordnung?», fragte der Kellner nach der ersten Vorspeise. Nun ja: Darüber hätte sich diskutieren lassen, aber was kann man denn auf so eine Suggestivfrage schon antworten? Vielleicht: tolle Vinaigrette am optisch nicht so schönen Lattich, interessantes Wildschweinragout an Teriyaki-Sauce, langweiliges Bao Bun als Klammer ums Wildschwein. Aber man ist im «Johann» ja lieb zueinander. Die Küche arbeitet nach dem «Nose to tail»-Konzept und es wird also (fast) alles verwendet – vom Tier und auch vom Gemüse.
Die zweite Vorspeise, Agnolotti mit Brennnesselfüllung, ein paar Morcheln und komplett unmotivierten Mandeln, litt dann eindeutig am zu dicken Teig. Der Zwischengang, Seeteufel mit Coppa auf rotem Reis, hatte ein Problem mit dem Stangensellerie, der dem Fisch wenig Chancen liess. Im Hauptgang des grossen, richtig teuren Menüs gab’s ein Rindsfilet (ungefragt etwas gar gut gebraten) mit Süsskartoffelpüree und viel jungem Gemüse; erstaunt hat uns das sehr trockene, unansehnliche Tatarwürstchen, das wohl dem «Nose to tail»-Gedanken geschuldet war.
Das Dessert schliesslich war mit Rhabarber überschrieben, dann aber in erster Linie ein Mandelküchlein, kombiniert mit einer winzigen Waldmeisterglace, viel zu penetranter Minze und ganz wenig Rhabarber. Ja, insgesamt war das alles in Ordnung, aber mehr halt auch nicht. Der Service, man ahnt es, war etwas gar nonchalant, die Preise üppig, die Weinauswahl anständig.


«Das war so in Ordnung?», fragte der Kellner nach der ersten Vorspeise. Nun ja: Darüber hätte sich diskutieren lassen, aber was kann man denn auf so eine Suggestivfrage schon antworten? Vielleicht: tolle Vinaigrette am optisch nicht so schönen Lattich, interessantes Wildschweinragout an Teriyaki-Sauce, langweiliges Bao Bun als Klammer ums Wildschwein. Aber man ist im «Johann» ja lieb zueinander. Die Küche arbeitet nach dem «Nose to tail»-Konzept und es wird also (fast) alles verwendet – vom Tier und auch vom Gemüse.
Die zweite Vorspeise, Agnolotti mit Brennnesselfüllung, ein paar Morcheln und komplett unmotivierten Mandeln, litt dann eindeutig am zu dicken Teig. Der Zwischengang, Seeteufel mit Coppa auf rotem Reis, hatte ein Problem mit dem Stangensellerie, der dem Fisch wenig Chancen liess. Im Hauptgang des grossen, richtig teuren Menüs gab’s ein Rindsfilet (ungefragt etwas gar gut gebraten) mit Süsskartoffelpüree und viel jungem Gemüse; erstaunt hat uns das sehr trockene, unansehnliche Tatarwürstchen, das wohl dem «Nose to tail»-Gedanken geschuldet war.
Das Dessert schliesslich war mit Rhabarber überschrieben, dann aber in erster Linie ein Mandelküchlein, kombiniert mit einer winzigen Waldmeisterglace, viel zu penetranter Minze und ganz wenig Rhabarber. Ja, insgesamt war das alles in Ordnung, aber mehr halt auch nicht. Der Service, man ahnt es, war etwas gar nonchalant, die Preise üppig, die Weinauswahl anständig.


