Text und Fotos: Pascal Grob

Der Bestellvorgang. Ein Neuzugang auf Uber Eats fühlt sich in Zeiten der Selbstisolation an, als hätte soeben ein neues Restaurant eröffnet. Einfach ohne: «Sorry, wir sind leider bereits völlig ausgebucht bis nächste Woche.» Das neueste «Kid on the block»? Bund 39 – ein Restaurant, das sich auf die Küche Shanghais fokussiert und nun die ganze Woche ausliefert. Stammgäste fühlen sich auch virtuell gleich zu Hause. Grund eins: Die Hausspezialitäten sind alle da. Grund zwei: Noch immer lassen die Bezeichnungen der Gerichte ohne nähere Erläuterungen bloss erahnen, was jetzt genau auf dem Teller – Pardon! – in der Take-away-Box daherkommt. Welche Füllung steckt in den Dumplings? Wie schmecken Spargeln nach Shanghai-Art? Ich bestelle und lasse mich überraschen. Funktioniert über die «Uber Eats»-App so reibungslos wie immer.

Bund 39 Lieferdienst

In der «Uber Eats»-App lässt sich Bestellung und Lieferung in Echtzeit verfolgen.

Bund 39 Lieferdienst

Kurier Leandro liefert meine Bestellung blitzschnell aus auf dem Motorroller – Trinkgeld nicht vergessen!

Die Lieferung. Ich bestelle gleich, als sich die virtuellen Türen des Bund 39 öffnen: 17.32 Uhr. Der ungeduldige Blick auf die App 15 Minuten später: Komischerweise scheint sich noch immer kein Kurier für meine Bestellung zu interessieren. Trotzdem die optimistisch bleibende Ankunftszeit: 18.05 Uhr. Eine Benachrichtigung der App sorgt kurz für falsche Hoffnung: Aus Sicherheitsgründen am besten die Hände vor und nach der Lieferung gründlich waschen. Dann geht alles plötzlich ganz schnell, Uber Eats lässt mich doch nicht im Stich und schickt Leandro auf dem Motorroller zu mir. Lieferungszeit: 18.03 Uhr. Von Bestellung zu Bestellung werden die Kuriere freundlicher, deshalb zur Erinnerung: Trinkgeld nicht vergessen! Die Gerichte stecken allesamt in dicht verschlossenen Kartonboxen, die bestellte Suppe hat keinen Tropfen verloren während dem Transport.

Das Essen. Einen Schönheitspreis würde die «Bund 39»-Lieferung nicht gewinnen, die Gerichte schmecken aber um Welten besser, als ihre Präsentation erahnen lässt. Die Überraschung unter den gelieferten Gerichten? Fabelhafte Dumplings mit einer Füllung aus Schweinehackfleisch, Chinakohl und Zwiebeln – Umami pur! Der zart geschmorte Schweinebauch gehört zu den Klassikern des Restaurants: «Comfort food» aus Shanghai, gepaart mit einem herzhaft süssen Mix aus Reiswein und Sojasauce. Für das gleiche Geschmacksfeuerwerk wie im Restaurant sorgt die Fischsuppe mit Wolfsbarsch dank einer grosszügigen Dosis Szechuanpfeffer und Chili, eingelegtem Weisskohl, sowie der herben Süsse von Orangenzesten. Und auch der Neuling auf der Karte würde ich sofort wieder bestellen: «Mouth watering chicken» – pochierte Pouletschenkel übersät mit einem Relish aus Ingwer und Frühlingszwiebeln. Die noch knackigen Spargeln passten zu allen Gerichten wunderbar: Zurückhaltend gewürzt und blitzschnell im Wok gebraten, konnten sie ihren vollen Geschmack entfalten.

Fazit. Die Shanghai-Klassiker sorgen für willkommene Abwechslung auf dem heimischen Esstisch und begeistern ohne Ausnahme. Nur in einer Kategorie hat das Lieferangebot des Bund 39 noch Aufholbedarf: vegetarische Gerichte. Meine empfohlene Bestellmenge pro Person? Ein Gericht plus eine Portion Reis. Und falls was übrig bleibt, lassen sich alle Gerichte problemlos nochmals kurz aufwärmen. Mein Ratschlag zum Schluss: Begehe nicht den gleichen Fehler wie ich, bestell lieber gleich zehn statt fünf Dumplings. Sie schmecken zu gut, um sich in falscher Zurückhaltung zu üben – insbesondere in Zeiten wie diesen.

 

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