Lampart's
Restaurant

Lampart’s

Oltnerstrasse 19
4614 Hägendorf
Reto Lampart
Preise: M 53.–/235.–D 155.–/235.–
Service: Terrasse/Garten, Parking, Rollstuhlgängig
Telefon: +41 62 209 70 60

Wir waren bei unseren Besuchen bei Reto und Anni Lampart auch schon mehr begeistert. Zu einem Gastronomen der Spitzenklasse kommt man halt mit sehr hohen Erwartungen – man will überrascht und manchmal auch ein wenig irritiert werden. Aber das ist Mäkeln auf sehr hohem Niveau: Faktisch ist das «Lampart’s» das beste Restaurant weit und breit. Eine wunderschöne Anlage im toskanischen Stil mit einer leidenschaftlichen Servicecrew, die den Gast selbstbewusst umsorgt, und mit einer Küchenbrigade, die herausragend kocht. Die «Sinfonie plaisir» und ihr vegetarisches Gegenstück, die «Sinfonie naturelle», bieten wunderbare, individuell zusammenstellbare Gänge. Reto Lampart verzichtet auf die ewig gleichen Klassiker wie Entenleber, Riesencrevetten oder Jakobsmuscheln und hält sich lieber an Regionales mit ein paar exotischen Abstechern. Zusammen mit verschiedenen Amuse-bouches, Entre-Desserts, selbst gemachten Friandises und Eispralinen ergibt das ein unvergessliches, abendfüllendes kulinarisches Erlebnis.

Wir genossen zum Beispiel eine leicht gedämpfte, köstliche Königsmakrele aus Roscoff, die mit Kohlrabi, Dill und Tapiokastreuseln auf den Tisch kam. Den Geschmack des hauchdünn geschnittenen Bägglis vom Mangalitza-Schwein aus Ennetbürgen, perfekt gepökelt und geräuchert, hatten wir noch Minuten später im Gaumen; einige Bohnen an einer grandiosen Vinaigrette sowie eine Bohnenmousse mit Belper Knolle begleiteten das Fleisch kongenial. Tadellos war eine Scholle aus der Bretagne, die mit regionalen Spargeln aus Winznau und etwas Fregola sarda serviert wurde. Die Amalfi-Zitronen-Sauce dazu war vielleicht das Highlight des Abends – mit Zitronenzesten angesetzt, wunderbar aromatisch, cremig und unglaublich fein. Der Schenkel der Freilandente aus dem Kloster St. Ottilia in Walzenhausen war lange braisiert, fein gezupft und mit Waldpilzen wie eine Lasagne unter Vollkorndinkel-Maltagliati gezogen worden – italienisches Slow Food vom Feinsten. Etwas gar rustikal kam der Wagyu-Second-Cut auf den Teller: ein Flank Steak aus Dakota, perfekt am Stück gebraten, mit vielen und sehr dominanten Zwiebelringen, grob geschnittenen Karotten und Artischockenböden.

Die riesige Käseauswahl ist umwerfend, Pré-Dessert und Dessert haben grosse Klasse. Etwa die überraschende Kombination von Pistazien-Halbgefrorenem mit Schoggimousse an süssem Rotweinjus. Oder eine Art Pistazienschwamm mit Tonkabohnen und Waldmeister. Das Sauerampfer-Granité mit Ingwer zur Felchlin-Schokolade war die letzte Überraschung, die wir von Spitzenköchen wie Reto Lampart dankbar annehmen. Oder gar unverschämt einfordern.