Aussenansicht vom Restaurant Berghaus Alpenroesli in Klosters - GaultMillau
Restaurant

Berghaus Alpenrösli

Talstrasse 135
7250 Klosters
Jos Keurentjes
Preise: M 22.–/45.–D 30.–/65.–
Service: Terrasse/Garten, Parking
Telefon: +41 81 422 13 57

Überraschung! Das «Alpenrösli» ist eine Liaison mit dem altehrwürdigen «Walserhof» eingegangen und weckt ihn aus dem kulinarischen Winterschlaf. Seit Sommer 2018 nutzt man die Synergien der beiden Häuser. Noch ist nicht ganz klar, wie sich dies in der Küche des Restaurants Alpenrösli auswirkt. Doch dem dynamischen Jos Keurentjes ist zuzutrauen, dass er die doppelte Belastung mit links meistert. Eindrücklich ist es jedenfalls schon mal, wie er seine Leistung konstant steigert und sich einen weiteren Punkt verdient.

Die Karte ist zwar kurz, aber die Gerichte haben es in sich. Wunderbar harmonierte die Mousse vom geräucherten Forellenfilet mit jener vom Räucherlachs, ohne dass Letztere dominiert hätte; beide verband traditionell Meerrettichschaum. Das ist nicht neu, aber dafür bis ins Detail ausgefeilt. Unvergesslich blieb das Simmentaler Kalbscarré an wuchtiger Portweinsauce, dazu perfekte, à la minute gekochte Tagliatelle mit Périgord-Trüffel; es übertrumpfte sogar das Kalbssteak vom letzten Jahr. Man geht hier mit Entrecote Café de Paris, Mistkratzerli aus dem Ofen oder grandiosen Kalbsleberli keine Risiken ein. Die erstklassige Qualität der Zutaten wird geschickt ausgereizt und überzeugend zur Geltung gebracht.

Die Produkte kommen meist solo auf den Teller – ausser beim Seehecht mit Crevetten und Jakobsmuscheln auf sanftem Jasminreis; aber auch hier war die Kombination ebenso geläufig wie gekonnt. Das galt auch für die Dessert-Variation, bei der eine kleine Crème brûlée herausragte. Sie erinnerte mit ihrer harten, glänzenden Caramelschicht an das Glitzern des Schnees im Mondlicht, der draussen beim Heimweg von hohen Bäumen fällt.

Man kann aber auch ein Zimmer nehmen und jene Atmosphäre noch länger geniessen, die man mit dem englischen Wort «cosy» wohl am treffendsten beschreibt. Und damit sind wir wieder beim «Walserhof» angelangt, der an jene Tradition anknüpft, die einst das englische Königshaus mit seinen Besuchen adelte. Möge die Liaison gelingen und dauerhaft bleiben!