Aussenansicht vom Hotel Restaurant Baeren in Andermatt - GaultMillau
Restaurant

Bären

Gotthardstrasse 137
6490 Andermatt
Chef: Guerino Coldesina
Preise: M 18.–/50.–D 36.–/50.–
Service: Parking
Telefon: +41 41 88 70 303

Seit Investor Samih Sawiris Andermatt aus dem Dornröschenschlaf geküsst hat, pilgern auch kulinarische Gipfelstürmer wieder ins Urserental. Die machen im «Chedi» im Dorfzentrum Halt. Ans Ende des Dorfes aber fahren Fans der Tessiner Küche und Liebhaber aussergewöhnlicher Spezialitäten. Denn im «Bären» kommen je nach Saison Froschschenkel, Schnecken, Taube, Wildsau, Murmeltier und allerlei Innereien auf den Tisch. Eben alles, was Capo Coldesina selbst gern isst. Dazu gehören auch Klassiker wie Ossobuco, Brasato di manzo, Tatar oder Risotto und unverdächtige Publikumslieblinge wie Seezunge, Lachs- oder Rindsfilet sowie hausgemachte Pasta. Selbst Veganes steht auf der eklektisch-exzentrischen Karte.

Wir starteten mit dem Amuse-bouche «Fisch» – so die lapidare Erklärung des Kellners, der seine mangelnden Deutschkenntnisse mit Charme wettmachte. «Fisch» waren luftig frittierte Stücke von Forelle und Lachs. Der Tintenfisch als Vorspeise schmeckte sowohl in gebratener wie frittierter Version ausgezeichnet. Deliziös war das Kalbsbries (eine ganze Milke!) an Beurre blanc. Für den nächsten Höhenflug sorgte die «Urschnertal Suppe» mit Andermatter Wurst-Quenelles – aufwendig gemacht und kraftvoll im Geschmack. Ein dickes Lob verdienten die mit zarten, gezupften Kalbsbäckchen gefüllten Ravioli del plin. Genauso wie der Schmorbraten vom Schweizer Rind mit Kartoffelstock und tiefer Rotweinsauce. Den letzten Applaus gab’s für das mutig geschärfte Curry vom Gotthard-Lamm mit orientalischem Reis. Ein Merlot «Terraferma» 2014 von Christian Zündel aus Beride begleitete das gelungene und üppige Essen.